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Heuschreckenschwarm über Europa

Die Heuschrecken aus Afrika haben Portugal und damit erstmals das europäische Festland erreicht. Wie der Radiosender TSF am Mittwoch berichtete, ließen sich in der Urlauberregion Algarve im Süden des Landes in den vergangenen Tagen kleine Schwärme der Insekten auf mehreren Stränden nieder.

dpa LISSABON/LAS PALMAS. Die Heuschrecken aus Afrika haben Portugal und damit erstmals das europäische Festland erreicht. Wie der Radiosender TSF am Mittwoch berichtete, ließen sich in der Urlauberregion Algarve im Süden des Landes in den vergangenen Tagen kleine Schwärme der Insekten auf mehreren Stränden nieder.

In Sagres und Vila do Bispo wurden Tausende von Heuschrecken gesichtet. Anwohner berichteten, es sei überhaupt das erste Mal, dass sie von Afrika kommende Heuschrecken in Portugal gesehen hätten. "Die Schwärme kamen wie Wolken vom Meer her", sagte ein Spaziergänger. "Einige Insekten setzten sich an der Kleidung fest." Stürme und heftige Regenfälle vernichteten jedoch rasch einen großen Teil der Tiere. Am Mittwoch wurden nur noch einzelne Heuschrecken gesehen, die unter Felsen und Büschen Schutz gesucht hatten.

Nach Auskunft der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) ist die Gefahr einer Ausbreitung der Heuschrecken-Plage auf das europäische Festland gering bis inexistent. Bei den kalten Winden und niedrigen Temperaturen seien die Tiere nicht überlebensfähig, sagte ein Sprecher. Probleme auf den Kanarischen Inseln könnte es auch nur noch bis Ende Dezember geben, danach sei es auch dort zu kalt. Die FAO hatte noch keine Heuschrecken aus Afrika auf dem Festland Portugals registriert, allerdings auf der portugiesischen Insel Madeira.

Auf den Kanaren ging die Heuschreckenplage der vergangenen Tage unterdessen stark zurück. Auf Fuerteventura wurde der Riesenschwarm von 200 Mill. Insekten, der die Insel seit Montag heimgesucht hatte, durch Wind und Regen stark dezimiert. Ein Teil wurde aufs Meer hinausgetrieben. Die Behörden warnten allerdings, dass die Gefahr neuer Plagen nicht gebannt sei.

Auf Lanzarote sind die Insekten weitgehend verschwunden. Ein hoher Beamter des kanarischen Agrarministeriums wies darauf hin, dass der natürliche Zyklus der Insekten, die zuletzt auf die Kanaren gelangt seien, ohnehin ablaufe. "Die Heuschrecken sind dabei zu sterben oder stehen kurz vor dem Tod." Viele der aufgesammelten Tiere seien verstümmelt. Es fehlten ihnen Flügel oder Beine.

Die Landwirtschaft hat nur geringe Schäden zu beklagen. Auf Fuerteventura waren nach Angaben der Behörden nur ein Prozent der Felder von der Plage befallen. Bei der vergangenen großen Heuschreckenplage 1954 auf den Kanaren hatten die Insekten stellenweise 60 Prozent der Felder kahl gefressen.

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