Heute Abschlusserklärung erwartet
150 Festnahmen und 90 Verletzte bei Protest gegen Amerika-Gipfel

Bei neuen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei am Rande des Amerika-Gipfels in der kanadischen Stadt Quebec sind am Samstag 90 Menschen verletzt worden, einige davon schwer.

dpa QUEBEC. Wie die kanadische Polizei mitteilte, waren unter den Verletzten 34 Polizeibeamte. Etwa 100 Demonstranten seien seit Freitag festgenommen worden. Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörden wurden seit Ausbruch der Gewalt am Freitag rund 100 Menschen in Krankenhäusern behandelt.

Kanadas Premierminister Jean Chretien lobte die Polizei am Samstagabend für ihre "angemessene Zurückhaltung". Für die Krawalle machte er Extremisten verantwortlich. Zugleich begrüßte er die friedliche Demonstration von Globalisierungsgegnern. Etwa 25 000 Menschen hatten zum Abschluss des alternativen "Gipfels der Völker" in Quebec demonstriert.

Mehrere tausend Demonstranten lieferten sich am Sicherheitszaun um den Konferenzort mit der Polizei eine Straßenschlacht. Sie warfen Molotow-Cocktails und Steine auf die Beamten und versuchten, erneut einen Teil des Zauns niederzureißen. Die Ordnungshüter setzten Wasserwerfer und Tränengas ein. Insgesamt 6000 Beamte waren bei der größten Polizeiaktion der kanadischen Geschichte im Einsatz.

Chretien bezeichnete den Gipfel bereits als Erfolg. Auf einer Pressekonferenz sagte er am Abend, alle 34 Staats- und Regierungschefs hätten sich auf eine "Demokratie-Klausel" verständigt, die für alle Mitgliedsländer der geplanten amerikanischen Freihandelszone gelte. Eine entsprechende Erklärung soll zum Abschluss des Gipfels am Sonntag veröffentlicht werden.

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