Heute entscheidet die Regulierungsbehörde
Deutsche Telekom wehrt sich gegen geforderte Großhandelsflatrate

dpa-afx BERLIN. Die Deutsche Telekom wehrt sich weiter gegen Forderungen ihrer Konkurrenten nach einer "Großhandelsflatrate", mit der wirtschaftliche Internet-Pauschalangebote für die Endkunden möglich werden sollen. Eine solche Vorleistung würde den Internet-Verkehr über das schmalbandige Telefonnetz stark anschwellen lassen und das Sprachnetz rasch verstopfen, begründete Telekom-Technikvorstand Gerd Tenzer am Dienstag in Berlin. Ein Ausbau des Telefonnetzes aber würde Milliardensummen binden, die dann beim technisch sinnvolleren Ausbau des datenfähigen Breitbandzugangs fehlten. Firmen wie AOL oder MobilCom argumentieren, die Minutentaktung in der Abrechnungsstruktur zwischen Telekom und Internetanbietern mache konkurrenzfähige Pauschalangebote bisher nahezu unmöglich. Am Mittwoch will die Regulierungsbehörde dazu entscheiden.

Flatrates - also die zeitlich unbegrenzte Internet-Nutzung zum montlichen Festpreis - werden für die Firmen immer unwirtschaftlicher, je länger die Kunden im Netz verweilen und je höher folglich die Gebührenrechnung der Deutschen Telekom an die Firma ausfällt. Tenzer betonte, sein Unternehmen habe die Preise für Online-Diensteanbieter, die das Telekom-Netz mitnutzen, im vergangenen Jahr bereits um 65 % gesenkt. Dies habe sich zu einem "Turbo" für den Internet-Markt entwickelt.

"Netzengpässe vorprogrammiert

Nun pauschale Großhandelspreise einzuführen hieße, Netzengpässe vorzuprogrammieren, warnte der Technik-Vorstand. Online-Verkehr würde Telefonverkehr verdrängen: "Wenn von hundert Kunden zehn Kunden dauersurfen, kann nur noch einer telefonieren." Mit dem erforderlichen Netzausbau aber würde die Entwicklung in eine "falsche Richtung gelenkt". Zukunftsträchtiger sei der Ausbau von Breitbandzugängen wie T-DSL, die speziell für die Datenübertragung konzipiert seien, betonte Tenzer. Die Telekom investiert seinen Angaben zufolge bis Ende 2001 rund 2,2 Mrd. DM in den schmalbandigen Netzzugang, aber auch zwei Mrd. DM in T-DSL. Pro 50 000 Flatrate-Kunden wären zusätzliche 100 Mill. DM an Investitionen in das Sprachnetz nötig, rechnete der Telekom-Manager vor.

Bis Ende nächsten Jahres will die Telekom Tenzer zufolge 90 % aller Haushalte Hochgeschwindigkeits-Verbindungen ins Internet anbieten können. Bisher seien mehr als 300 000 T-DSL-Anschlüsse beantragt worden. Tenzer räumte ein, dass davon erst rund ein Viertel freigeschaltet wurde, versprach aber einen raschen Abbau des Auftragstaus.

FDP-Chef Wolfgang Gerhardt und der Medienexperte der liberalen Bundestagsfraktion, Hans-Joachim Otto, sprachen sich am Dienstag nachdrücklich für eine "Großhandelsflatrate" aus. Das Internet müsse in Deutschland noch stärker Verbreitung finden. Gerhardt und Otto forderten die Regulierungsbehörde auf, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Kosten für

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