Heute läuft die Wandlungsfrist für die Anleihe des Beteiligungsunternehmens ab – Mindestquote bisher nicht erreicht – Insolvenz droht
Gold-Zack steht auf der Kippe

Das Management von Gold-Zack versucht bis zuletzt, private Investoren zur Umwandlung ihrer Anleihen in Aktien zu bewegen. Doch die Resonanz war bisher gering, Die Zeit läuft davon.

FRANKFURT/M. Dramatische Stunden beim Beteiligungsunternehmen Gold-Zack. Heute läuft die Sonderwandlungsfrist für eine siebenprozentige Wandelanleihe im Volumen von insgesamt 111,5 Mill. Euro in neue Aktien der Gesellschaft endgültig ab. Gold-Zack strebt eine Umtauschquote von mindestens 50 % an; zum längerfristigen Überleben mit einer gestärkten Kapitalbasis sind nach eigenen Angaben aber rund 70 % nötig.

Gestern stand die Entscheidung über die weitere Zukunft der Gesellschaft noch auf Messers Schneide. Nach den Worten des Unternehmenssprechers Stefan Lutz hatte man bis zum Nachmittag nur eine Quote von rund 48 % erreicht. "Wenn die Quote in der verbleibenden nicht deutlich steigt, dann wird es eng", sagte er. Das bedeute aber nicht, dass man bei Verfehlen der Quote unmittelbar Insolvenzantrag stellen müsse. "Wir denken über alle Alternativen nach", so der Sprecher. Branchenbeobachter wollten nicht ausschließen, das externe Investoren oder bestehende Aktionäre kurzfristig Mittel zuschießen könnten, um Zeit zu gewinnen. Wie Vorstandschef Dietrich Walther gegenüber dem Handelsblatt betonte, hält er über Familienmitglieder direkt und indirekt rund 24 % am Kapital von Gold-Zack. Walther zeigte sich zuversichtlich, die Gesellschaft retten zu können.

Gold-Zack-Sprecher Lutz appellierte an die Anleihebesitzer, nicht auf eine Zahlungsunfähigkeit beziehungsweise eine hohe Insolvenzquote zu pokern: "Diese Spekulation wäre höchstgefährlich, denn die Forderungen des Bankenverbandes werden bei einer Insolvenz voll berücksichtigt." Eine Wandlungsquote von mindestens 50 % ist für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung, weil diese Hürde die Voraussetzung für einen Vergleich mit dem Bundesverband deutscher Banken (BdB) hinsichtlich einer Haftung des ehemaligen Großaktionärs Gold-Zack für die inzwischen insolvente Gontard & Metallbank ist. Der BdB geht von einer Haftungsverpflichtung aus, was für Gold-Zack die Notwendigkeit von Rückstellungen in existenzgefährdender Höhe bedeuten könnte.

Zwar hat sich das Unternehmen mit dem BdB auf einen Vergleich geeinigt, demzufolge Gold-Zack je nach wirtschaftlicher Situation über drei Jahre von 2004 bis 2006 mit maximal 15 Mill. Euro haftet. Allerdings will der BdB dem Kompromiss nur zustimmen, wenn 50 % der Wandelanleihe vorzeitig in Aktien getauscht werden und sich damit die Eigenkapitalbasis verbessert.

Gold-Zack verhandelte gestern nur noch mit Privatinvestoren, wobei es sich um Einzelbeträge zwischen 100 000 Euro und in einem Fall 4 Mill. Euro handelte. Branchenbeobachter hielten es nicht für ausgeschlossen, dass sich Gold-Zack durch den Verkauf von kleineren Aktienposten von Beteiligungsfirmen noch eine Weile über Wasser halten kann.

In den Boom-Zeiten des Neuen Marktes zählten u.a. Phenomedia, Gontard & Metallbank sowie SZ Testsysteme zum Portfolio von Gold-Zack. Mit dem Niedergang des Wagniskapitalmarktes und der Pleite der Gontard & Metallbank kam auch Gold-Zack unter die Räder. Alleine für 2001 ergab sich laut früheren Angaben ein Fehlbetrag im Konzern von 230 Mill. Euro.

Das Beteiligungsportfolio des Gesellschaft mit Sitz in Mettmann bei Düsseldorf umfasst noch circa 50 Firmen, jedoch sind nach Brancheneinschätzungen nicht mehr sehr viele werthaltige Engagements darunter. Die meisten Beteiligungen sind selbst nach Angaben des Unternehmens "noch ein gutes Stück von einem Börsengang entfernt".

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