Heute Startet die Bundesliga in die neue Saison
T, wohin das Auge schaut

Unmittelbar vor Saisonbeginn der Fußball-Bundesliga hat auch der letzte Klub einen Trikotsponsor gefunden.

DÜSSELDORF. Sponsor beim 1. FC Köln müsste man sein. Kaum hatte der Chipshersteller Funny Frisch sein Engagement beim Bundesliga- Aufsteiger bekannt gegeben, raschelte und verzehrte Manuel Andrack hörbar die Produkte. Andrack spielt TV-Moderator Harald Schmidt in dessen Show die Bälle zu und dürfte mittlerweile Deutschlands bekanntester und bekennendster FC-Fan sein. Ob der Klub womöglich Schmidts Werbung mit auf den Preis fürs Trikotsponsoring draufgeschlagen hat, ist unbekannt.

Rechtzeitig vor dem Start der 41. Bundesliga-Saison wurde das Wunder vollbracht: Alle 18 Vereine können einen Hauptsponsor präsentieren - und das in Zeiten der Werbeflaute. Doch die Fußball-WM 2006 macht es möglich: Die Stadion werden größer und komfortabler, so dass immer mehr zahlungskräftige Fans sich dort blicken lassen. Die Sponsoren wollen schon jetzt die Euphorie des Weltereignisses nutzen. Gerade vor der neuen Rechte-Situation: Die ARD will mit ihrer Sportschau 20 Prozent mehr Zuschauer anlocken als "Ran" bei Sat1. "Wir sind bei der Kalkulation der Werbeblöcke von einem Schnitt von 5,5 Millionen ausgegangen", sagt Achim Rohnke, Geschäftsführer der ARD-Werbung.

Überraschend nur, dass der Hamburger Sportverein als letzter Klub seinen Partner verkünden konnte. Ausgerechnet der HSV, der als einziger Verein alle Erstliga-Spielzeiten miterleben durfte, diesmal gar für den Uefa-Cup qualifiziert ist und den - bei Vermarktungsfragen - kompetentesten Präsidenten haben dürfte. Schließlich wechselte Bernd Hoffmann erst vor wenigen Monaten von seinem Posten als Geschäftsführer der Vermarktungsagentur Sportfive zum HSV. Eigentlich wollte der klamme Klub seine Trikot-Brust für angeblich sechs Millionen Euro verkaufen. Bekommen dürfte er von der Adig-Investment knapp vier Millionen, die je nach sportlicher Leistung auf über 4,5 Millionen Euro aufgestockt werden. Ferner ist der Vertrag nur für ein Jahr gültig. "Wir sind mit dem Abschluss sehr zufrieden, werden uns im Januar mit dem Partner zusammensetzen und hoffen auf eine langfristige Zusammenarbeit", sagte HSV-Marketingvorstand Katja Kraus dem Handelsblatt.

Auf jeden Fall langfristig angelegt ist das Sponsoring-Engagement der Deutschen Telekom. Die Bonner zahlen dem FC Bayern bis zu 20 Millionen Euro jährlich. Bisher stand T-Mobile auf dem Trikot drauf. Doch nun bleibt alles anders: "Beim Auftaktspiel steht dort T-Kom, ebenso bei ausgesuchten Bundesliga-Spielen der Vorrunde, sowie im DFB-Pokal. Grundsätzlich aber wird T-Mobile in der Vorrunde auf den Trikots stehen, in der Rückrunde dann komplett T-Kom", erklärt Sponsoring-Chef Stephan Althoff die Gemengelage. Und in der Champions League? "Da haben wir beide Trikots angemeldet."

Hintergrund der Strategie, so ist in der Branche zu hören: Die Pro-T-Kom-Entscheidung fiel so kurzfristig, dass viele Bayern-Fans schon das T-Mobile-Shirt gekauft haben. Und die sollen nicht zu schnell verprellt werden.

Der Konzern präsentiert zudem vier Bundesliga-Sendungen: die Samstags-Sportschau in der ARD und die Liga bei Premiere mit T-Mobile, sowie Sonntagsspiele auf DSF und das freitags im Zwei-Wochen-Rhythmus geplante Bayern - Magazin mit T-Kom. Die obligatorische Bundesliga-Ausnahme gibt es heute: Das Eröffnungsspiel präsentiert T-Kom. "Wir wollen uns vor der WM 2006, bei der wir einer der Hauptsponsoren sind, als ,der Partner? des deutschen Fußballs aufstellen", begründet Althoff die Präsenz auf allen Kanälen.

Neben den Bayern darf sich vor allem der 1. FC Kaiserslautern bei seinem Sponsor bedanken: Die Deutsche Vermögensberatung AG ist seit dem Abstieg 1996 Partner des Vereins. Und hielt ihm trotz diverser Finanzskandale - auf Grund derer dem Verein nun drei Punkte abgezogen werden - treu die Stange. "Das schnelle Wechseln, nur weil es einmal Probleme gibt, passt nicht zu unserem Unternehmenscharakter", heißt es bei dem Finanzvertrieb. Lautern zeigte seine Dankbarkeit auf seine Weise und machte den Firmenboss Reinfried Pohl zu dessen 75. Geburtstag zum Ehrenmitglied.

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