HEW und Vattenfall planen Energiekonzern
Kampf um VEAG in heißer Phase

dpa BERLIN. Der Kampf um den ostdeutschen Energiekonzern VEAG geht in die heiße Phase. Die Hamburgischen Electricitäts-Werke (HEW) und der hinter ihr stehende schwedische Stromkonzern Vattenfall stellten am Mittwoch Bundeswirtschaftsminister Werner Müller in Berlin ein Konzept für den Braunkohleverstromer vor. Es sieht den Aufbau eines Energiekonzerns, bestehend aus HEW, VEAG sowie den Kohlegesellschaften Laubag und Mibrag vor. Einbezogen werden soll auch die Berliner Bewag, bei der HEW die Mehrheit übernehmen will.

Das Vorhaben stößt auf Widerstand sowohl beim Land Berlin als auch beim Konsortialpartner Southern Energy. Die Amerikaner haben Müller ein eigenes Konzept zum Aufbau einer "vierten Kraft" im Strommarkt unterbreitet. Ein Schreiben des HEW-Chefs Manfred Timm an den Berliner Finanzsenator Peter Kurth hat die Bedenken des Landes nicht ausräumen können. An diesem Donnerstag wird vor dem Berliner Landgericht über die vom Land gegen das Geschäft erwirkte einstweilige Verfügung verhandelt.

Zum Gespräch von Timm und Vattenfall-Chef Lars Josefsson mit Müller wurden zunächst keine Einzelheiten bekannt gegeben. HEW will bei dem 1994 privatisierten ostdeutschen Braunkohleverstromer die Mehrheit übernehmen. Bislang halten Veba 26,25 % und VIAG 22,50 %. Für die Genehmigung der Fusion zu E.ON hat die EU-Kommission den Verkauf dieser Anteile zur Auflage gemacht. Der Bund muss dem Eigentümerwechsel zustimmen. HEW besitzt selbst 6,25 % an der VEAG, ebenso Bewag, EnBW und VEW. 26,25 hält der RWE-Konzern.

VEAG-Kraftwerke für Eigenbedarf in den alten Ländern

Ob es zusätzlich zu Southern Energy einen zweiten Bieter für die VEAG geben wird, dürfte davon abhängen, ob HEW und Vattenfall die Bedingungen des VEAG-Stabilisierungsmodells akzeptieren. Zentraler Punkt ist dabei die Garantie, mit den VEAG-Kraftwerken jährlich 50 Terawatt-Stunden Strom zu produzieren. Diese Zusage hat HEW dem Berliner Senat gegeben.

E.ON will das von PreussenElektra und VIAG übernommene Bewag- Aktienpaket von 49 % (52,2 % Stimmrechte) zum 1. Januar 2001 an HEW verkaufen. Timm hat die Einhaltung aller Verpflichtungen der Altgesellschafter zugesagt. Auch die E.ON Energie AG werde als Vertragspartner verpflichtet bleiben. Die Hauptverwaltung des neuen Konzerns werde in Berlin sein. Für die Stromerzeugung in Ostdeutschland sei eine Verdrängung von Strom aus Kraftwärmeanlagen oder aus Braunkohle nicht zu befürchten. Vielmehr wolle HEW Strom aus VEAG-Kraftwerken für Eigenbedarf in den alten Ländern bereitstellen.

Ein Sprecher der Senatsfinanzverwaltung nannte das HEW-Schreiben "unverbindlich und oberflächlich". Es werde nicht deutlich, wie HEW nach Übernahme aller E.ON-Anteile die Verpflichtung aus dem Privatisierungsvertrag von 1997 erfüllen wolle. Es bestehe die Befürchtung, dass Berlin Stromverteilerstelle werden solle.

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