Hewlett-Packard und Compaq
Kommentar: Die ersten 100 Tage zählen

Jetzt muss Fiorina zeigen, dass die Idee, die beiden Konzerne zu vereinen richtig war - und dass sie und Compaq-Chef Michael Capellas sie umsetzen können.

Analysten hatten dem Kläger Walter Hewlett - Sohn eines der Firmengründer - ohnehin kaum Chancen eingeräumt, Hewlett-Packard (HP) doch noch an der Übernahme des Konkurrenten Compaq zu hindern. Dass Fiorina die Aktionäre hinters Licht geführt und die Deutsche Bank Asset Management mit Kreditversprechen bestochen hatte, konnte er nicht nachweisen.

Doch jetzt muss Fiorina zeigen, dass die Idee, die beiden Konzerne zu vereinen, richtig war - und dass sie und Compaq-Chef Michael Capellas sie umsetzen können. Es wird nicht leicht werden, die Kistenschieber aus dem texanischen Houston mit den Ingenieuren und Technikern im kalifornischen Palo Alto zu vereinen. Und durch den achtmonatigen Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern der Fusion sind sowohl Kunden als auch Anleger verunsichert. Einige Konkurrenten - vor allem Dell und Sun Microsystems - haben bereits verkündet, sie spürten erste Auswirkungen des Kampfes - in Form steigender Marktanteile. Das zeigt: Fiorina kann sich auf ihrem Sieg vor Gericht nicht ausruhen. Es ist wie in der Politik: Die ersten 100 Tage zählen. Wenn die HP-Chefin die ohne größere Probleme übersteht, werden die Kunden die Querelen um die Übernahme gnädig vergessen.

Vor allem muss HP jetzt schnell sagen, welche Produkte aus dem Sortiment fliegen. Das sollte nicht schwer sein, schließlich werkelt das inzwischen auf 1 500 Mitglieder angewachsene Fusionsteam seit Monaten am Konzept für den gemeinsamen Konzern.

Wie viele Leute gehen müssen, wird sich aber wohl erst in einigen Monaten herausstellen. Und ob der Zusammenschluss in einem ähnlichen Fiasko endet wie einst die Übernahme von DEC durch Compaq, wird sich erst im Laufe der Jahre zeigen. Capellas und Fiorina dürften bis dahin ihre Schäfchen im Trockenen haben.

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