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Heyde auf Verkaufstour

Der IT Heyde AG-Dienstleister hat im Zuge seiner Neustrukturierung weitere Beteiligungen verkauft. Wie das Unternehmen am Dienstag in einer Pflichtveröffentlichung mitteilte, gibt die Heyde-Gruppe Kapitalmehrheiten an Softwareprodukt-Gesellschaften ab.

rtr BAD NAUHEIM. Zudem habe sich die Heyde AG vollständig von den Beteiligungen an der IT AG-Warehouse und der Keos Software sowie der Service GmbH getrennt. Durch die Verkäufe konzentriere sich Heyde wieder auf das Kerngeschäft der technologischen Beratung.

Heyde zufolge sichert sich die Gesellschaft mit dem Verkauf unter Berücksichtigung der Rückbeteiligung einen Liquiditätszufluss von mehr als 25 Mill. ?. Mit den bisher veräußerten Beteiligungen habe Heyde damit das Anfang April genannte Ziel erreicht, sich durch den Verkauf von nicht strategischem Anlagevermögen einen Liquiditätszufluss von 30 Mill. ? zu sichern. Analysten begrüßten die Beteiligungsverkäufe als richtigen Schritt. Die im Blue-Chip-Index Nemax 50 gelistete Heyde-Aktie legte am Dienstag bei einem freundlichen Gesamtmarkt in der Spitze um mehr als 25 % zu.

Über eine Erwerbsgesellschaft beteiligen sich nach Heyde-Angaben ein Finanzinvestor mit 60,39 % und das Management der Elaxy-Gruppe mit 16 % an der neuen Softwareprodukt-Gesellschaft, die den Namen Elaxy übernimmt. Heyde werde künftig mit 23,61 % an der Erwerbsgesellschaft und damit auch weiterhin an der Elaxy-Gruppe beteiligt bleiben. Zur Elaxy-Gruppe gehören nach Unternehmensangaben die bisherigen Heyde Elaxy AG, -Töchter Gisma GmbH und Atzlinger & Turck GmbH.

Die Unternehmen IT AG-Warehouse und Keos Software und Service wurden Heyde zufolge von ihren ehemaligen Eigentümern und jetzigen Vorständen und Geschäftsführen zurückerworben. Die Zusammenarbeit mit IT-Warehouse und der Elaxy-Gruppe werde im Rahmen einer strategischen Partnerschaft fortgesetzt. Das für das Produktgeschäft zuständige Vorstandsmitglied der Heyde AG, Holger Kleingarn, bleibe weiterhin CEO der Elaxy Holding GmbH, scheide jedoch zum 31. Juli aufgrund der veränderten Mehrheitsverhältnisse aus dem Heyde-Vorstand aus, hieß es.

"Die Gefahr der Insolvenz ist erst einmal gebannt", sagte Merck Finck-Analyst Maximilian Schoeller, der die Heyde-Aktie auf "Hold" von zuvor "Sell" hochstufte, mit Blick auf die Beteiligungsverkäufe. "Die Liquiditätsprobleme sind damit mittelfristig gelöst", fügte er hinzu. Thorsten Barnstedt vom Bankhaus M.M. Warburg bewertet die Verkäufe ebenfalls positiv. "Das ist ein erfreulicher Schritt, dass Heyde, das was es vor einigen Monaten angekündigt hat, zügig durchgeführt und sich von dem Ballast getrennt hat", sagte er. Dennoch gebe es für das Unternehmen weiterhin viel zu tun. "Das Management muss jetzt zeigen, dass es im Stammgeschäft gut läuft, sie Aufträge haben und die neue Strategie funktioniert", betonte der Analyst. M.M. Warburg überarbeite derzeit die Einstufung der Heyde-Aktie, die gegenwärtig zum Verkauf empfohlen wird, fügte Barnstedt hinzu.

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