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Heyde-Chef tritt nach verfehlten Zielen ab

Der verlustreiche IT-Dienstleister Heyde hat im abgelaufenen Jahr seine Geschäftsziele verfehlt und senkt die Umsatzprognose für 2002.

Reuters FRANKFURT. Da die Sanierungsmaßnahmen nach Unternehmensangaben nicht den erhofften Erfolg brachten, ist Vorstandschef Dirk Wittenborg zudem zurückgetreten.

Analysten reagierten am Dienstag kritisch auf die Mitteilung des Unternehmens und äußerten sich besorgt über die Finanzlage von Heyde. Der Aktienkurs brach bis zu Mittag in einem schwächeren Gesamtmarkt um gut 28 Prozent auf 0,57 Euro ein.

Heyde gab bekannt, der Konzernumsatz sei 2001 zwar um 4,3 Prozent auf 120 Millionen Euro gestiegen. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich dagegen auf knapp 50 (Vorjahr: 24,2) Millionen Euro verdoppelt. Darin seien mehr als 20 Millionen Euro für die laufende Restrukturierung enthalten.

Heyde hatte 2001 die Prognosen mehrfach gesenkt. Zuletzt wurde ein Umsatz von 125 Millionen Euro und ein Ebitda von minus 47 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im vierten Quartal 2001 habe der Umsatz bei 25 Millionen Euro nach 29,4 Millionen Euro im Vorquartal gelegen, hieß es. Das Ebitda betrug minus 6,5 Millionen Euro nach minus 7,5 Millionen Euro im Vorquartal.

Für das laufende Geschäftsjahr senkte der Vorstand die Umsatzerwartungen nun auf unter 100 Millionen Euro. Im November hatte Heyde für 2002 einen Umsatz von 120 Millionen Euro und eine Ebitda-Marge von drei Prozent prognostiziert.

Die Analysten von SES Research stuften die Heyde-Aktie auf "Underperformer" von zuvor "Marketperformer" herunter und äußerten sich besorgt über die Liquidität des Unternehmens. Offenbar habe Heyde auch im vierten Quartal erhebliche Barmittel verbraucht. Jörg Vonnemann von der Consors Capital Bank stuft das Papier unverändert auf "Verkaufen" ein. Auf Grund der mehrfachen Revision der Geschäftsziele nach unten seitens des Unternehmens gebe es einen enormen Vertrauensverlust.

Ein Sprecher von Heyde sagte, die Liquidität betrage seit dem vergangenen Sommer unverändert drei bis fünf Millionen Euro. Die kurzfristige Verschuldung habe am 30. September bei 112,6 Millionen und das Eigenkapital bei 58 Millionen Euro gelegen. Aktuelle Zahlen dazu werde das Unternehmen demnächst bekannt geben.

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