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Hiddink und Olson weiter DFB-KandidatenDPA-Datum: 2004-07-18 13:43:06

Hamburg (dpa) - Auch mehr als drei Wochen nach dem Rücktritt von Rudi Völler ist noch keine Nachfolgeregelung für die DFB-Elf in Sicht. Die Spitzen des deutschen Fußballs hielten sich am Wochenende ebenso an den selbst verhängten Maulkorb-Erlass wie Guus Hiddink und Morten Olson.

Hamburg (dpa) - Auch mehr als drei Wochen nach dem Rücktritt von Rudi Völler ist noch keine Nachfolgeregelung für die DFB-Elf in Sicht. Die Spitzen des deutschen Fußballs hielten sich am Wochenende ebenso an den selbst verhängten Maulkorb-Erlass wie Guus Hiddink und Morten Olson.

Der Niederländer und der Däne gelten nach den Absagen von Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel nach wie vor als die nächsten Anwärter auf die Bundestrainer-Position. «Es bleibt bei der internen Verabredung. Wir werden uns erst öffentlich erklären, wenn ein Ergebnis vorliegt», sagte DFB-Pressesprecher Harald Stenger.

Zuvor hatte Theo Zwanziger bei der Suche zu mehr Geduld gemahnt. Der DFB-Schatzmeister, der mit Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder bis 2006 eine Doppelspitze bilden soll, sagte in der ARD: «Ein wenig Ruhe sollten wir uns lassen.» Die öffentliche Diskussion sei einerseits zwar gut, weil sie das allgemeine Interesse zeige, andererseits dürfe es aber keinen Fehlschlag mehr geben wie bei den «beiden Wunschkandidaten. Eine weitere Absage wollen wir nicht.»

Von den beiden Ausländer-Kandidaten meldete sich über das Wochenende lediglich Hiddink zu Wort. Er fühle sich gegenüber dem PSV Eindhoven als Trainer und Sportdirektor in einer «moralischen Pflicht», seinen Vertrag zu erfüllen. Völlig ausgeschlossen hat der anerkannte Fußballlehrer ein Engagement beim DFB jedoch nicht. Dies gilt bisher auch für Olsen. Der dänische Nationalmannschafts-Trainer enthielt sich jedoch gegenüber Medien jeder Stellungnahme.

Öffentlich geäußert hat sich hingegen erneut Lothar Matthäus, der von Franz Beckenbauer ins Spiel gebracht worden war. In einem auf Mallorca mit dem ZDF geführten Gespräch bekundete der deutsche Rekordnationalspieler und ungarische Nationaltrainer indirekt erneut seine Bereitschaft, sagte aber auch: «Ich habe bisher vom DFB keinen Anruf bekommen.»

Unter dessen hielt die Kritik an der Trainerfindung, mit der in einer Kommission neben Beckenbauer und Mayer-Vorfelder auch Werner Hackmann und Horst R. Schmidt beauftragt sind, an. Oliver Kahn, Torhüter der Nationalmannschaft und von Bayern München, sagte im ZDF: «Es ist schon ein wenig beängstigend, wer alles zum Bundestrainer gemacht werden soll.» Klaus Allofs, Manager von Werder Bremen, meinte in der ARD: «Jetzt muss man es besser machen.» Der ehemalige Bundestrainer Jupp Derwall äußerte im Kölner «Express»: «Trainer- Findungskommission - schon das Wort ist trostlos. Es gibt im DFB viele gute Leute, die organisieren können. Aber von Fußball haben die keine Ahnung.»

Öffentlich diskutiert wurde über das Wochenende auch die Forderung nach Strukturveränderungen im Umfeld der Nationalmannschaft. Schalkes Trainer Jupp Heynckes sagte: «Mit veränderten Strukturen und klaren Ideen kann man vieles verbessern.» In einem Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» schlug Oliver Bierhoff vor, eine Entscheidung über die Schaffung einer Teammanager-Position vom Namen des neuen Bundestrainers abhängig zu machen. Nationaltrainer und Teammanager müssten «ein Team sein, das zusammenpasst, das zusammenspielt und kooperativ ist.»

Der ehemalige Nationalmannschafts-Mittelstürmer gilt als erster Kandidat für eine Manager-Position. Der ebenfalls genannte Ex- Nationalspieler Jürgen Klinsmann gilt nach seiner Radikalkritik an der DFB-Führung nicht mehr als vermittelbar. Entschiedenster Gegner einer Bestellung eines Managers der Nationalmannschaft war bisher Mayer-Vorfelder, der um seinen Einfluss fürchtete. Mit der Bestellung von Zwanziger als Geschäftsführenden Präsidenten ist die Chance größer geworden, dass dem künftigen Bundestrainer ein Manager zur Seite gestellt wird.

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