Hidrocantábrico ist der viertgrößte spanische Stormkonzern
EnBW und Ferroatlántica gewinnen Bietergefecht in Spanien

Der Einstieg der Energie Baden-Württemberg (EnBW) in Spanien scheint perfekt. Das Karlsruher Unternehmen und der Mischkonzern Ferroatlántica sicherten sich in einem monatelangen Übernahmepoker nach vorläufigen Zahlen der Madrider Börsenaufsicht 59,5 Prozent an Spaniens viertgrößtem Stromversorger Hidrocantábrico .

dpa/afx MADRID. Das Aktienpaket hat einen Wert von rund 1,8 Mrd. Euro (3,5 Mrd DM). Analysten gingen am Mittwoch davon aus, dass auf die Bieterschlacht nun ein Tauziehen um die Kontrolle des Unternehmens folgen wird.

Weitere 19,2 Prozent des Kapitals gingen an das konkurrierende Bieterkonsortium um die portugiesische EdP und die spanische Sparkassenkette Cajastur, die bereits 15 Prozent an Hidrocantábrico hielt. Nach den Statuten des nordspanischen Stromkonzerns haben Ferroatlántica und EnBW trotz ihres höheren Kapitalanteils nur 10 Prozent der Stimmrechte.

EdP halten 25 % der Stimmen

Die Electricidade de Portugal (Ed P) und Cajastur kommen dagegen mit ihren 34,2 Prozent Kapital auf Grund komplizierter Vereinbarungen auf 25 Prozent der Stimmen. Dieses Limit kann nur in einer Hauptversammlung mit Dreiviertelmehrheit aufgehoben werden.

Ferroatlántica-Präsident Juan Miguel Villar Mir hatte sich bereit erklärt, mit EdP und Cajastur eine Einigung bei der Kontrolle von Hidrocantábrico zu finden. Er bot auch an, den EdP-Anteil an dem spanischen Stromkonzern zu kaufen. Zugleich besteht Villar Mir darauf, Präsident von Hidrocantábrico zu werden und die Mehrheit im Board zu stellen.

Die Aktionäre des nordspanischen Stromkonzerns hatten sich am Montag für eine der beiden Übernahmeofferten entscheiden müssen. Nach Angaben der Börsenaufsicht sind alle Verkaufsorder eingegangen, sie müssten aber noch geprüft werden. Der endgültige Ausgang der Übernahmeschlacht werde daher wohl erst in einigen Tagen feststehen. Die restlichen Anteile von Hidrocantábrico sind im Eigenbesitz des Unternehmens und in Händen von Aktionären, die an keinen der beiden Bieter verkaufen wollten.

Ferroatlántica hatte mit Unterstützung der EnBW 27,3 Euro je Aktie geboten, EdP und Cajastur 24 Euro. Der Essener RWE-Konzern als dritter Bewerber war vergangene Woche aus dem Übernahmepoker ausgestiegen.

Hidroeléctrica del Cantábrico (Hidrocantábrico) hat seinen Sitz in Oviedo, der Hauptstadt der Region Asturien, und ist nach Endesa, Iberdrola und Unión Fenosa der kleinste der vier Stromkonzerne Spaniens. Er hat mit einer halben Mio. Kunden einen Marktanteil von rund 7,0 Prozent und erzielte 2000 einen Nettogewinn von 120 Mio. Euro. Im Zuge der Übernahmeschlacht hat sich der Börsenwert des Unternehmens auf 3,1 Mrd. Euro mehr als verdoppelt.

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