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Hier trompetet der Chef selbst

Claudia Tödtmann hat Spaß an beziehungsreichen Warteschleifen und Konzernchefs mit Courage.

Eine kleine Plauderei am Rande brachte es an den Tag: Wer bei IBM in Stuttgart anruft, und nicht gleich seinen Wunschpartner erreicht, landet erst einmal in der Warteschleife und hört flotte Dixie-Musik. Doch da läuft nicht irgendeine Melodei. Bei diesem Stück bläst kein Geringerer als Erwin Staudt höchstpersönlich die Trompete, - als Vorsitzender der Geschäftsführung. Und bei manchen Stücken singt er auch selbst. Wenn das keine Identifikation mit dem Unternehmen ist!

Alle Achtung auch vor Staudts Courage: Wenn ein Mittelständler eine Feier veranstaltet, ist es nicht ungewöhnlich, wenn er mal mit seinen Leuten zusammen ein Stückchen vorführt, sich auf die Bühne begibt und auch mal riskiert, dass er zur Zielscheibe wird. Aber dass ein Konzernchef soviel Traute und Humor beweist, hat Seltenheitswert.Die Idee jedenfalls finde ich grandios.

Vor allem tun sich ungeahnte Möglichkeiten für abwechslungsreiche Warteschleifen auf: Wie wäre zum Beispiel der Titel-Song vom "Untergang zur Titanic" bei gefährdeten Dotcoms? Für Mineralölkonzerne wäre "Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt" in Memorian an den 30er-Jahre-Spielfilm "Die drei von der Tankstelle" eine nette Einstimmung.

Apropos: Ein Fachanwalt für Strafrecht vertraute mir unlängst - mit schelmischem Augenzwinkern, aber durchaus ernst gemeint - an, dass er in seiner Warteschleife am allerliebsten den Gefangenenchor aus der Oper Nabucco abspielen würde.

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