High Definition Video macht dem 35mm-Film Konkurrenz
Kinofilme werden digital billiger

Sony hat ein digitales Videoformat entwickelt, dessen Bildqualität dem für Kino üblichen 35mm-Film in nichts nachstehen soll. Da Kinofilme in heutiger Zeit ohnehin immer stärker digital nachbearbeitet werden, bietet es sich an, schon beim Dreh digital zu arbeiten.

mx KÖLN. Das neue Format HDCAM (High Definition Video) macht dies möglich. Es bietet nicht nur eine Qualität, die nahe an klassische Zelluloid-Aufnahmen heranreicht, sondern vor allem gute Konvertierungsmöglichkeiten in die verschiedenen internationalen Fernsehstandards.

Als vorteilhaft gilt auch, dass die Aufnahmen schon sofort am Drehort angesehen und beurteilt werden können. Auch entfallen teure Kopierarbeiten, was zudem die Gefahr der optischen, chemischen und mechanischen Veränderung oder Beschädigung des Filmmaterials verringert. Die digitalen Daten können kostengünstig gespeichert und via Internet, Glasfaser oder Satellit versandt werden. Dies sei zugleich die Grundlage für E-Cinema in 100 000 Kinos weltweit, heißt es bei der zur Kirch-Media gehörenden Taurus-Media-Technik, die sich neben Sony für das neue Format engagiert.

Das HDCAM-Format verwendet einen Aufzeichnungsmodus, der dem Film nachempfunden ist. Dabei werden ebenfalls 24 Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Aufzeichnung und Wiedergabe erfolgen mit einer Auflösung von 1 920 x 1 080 Pixel. Damit liegt die HD-Auflösung nur um etwa 4 % unter der echten Filmauflösung.

Digitale Videotechnologien drangen erstmals gegen Ende der 90er-Jahre mit den Dogma-Filmen in die Kinos. Das dänische Filmemacher-Kollektiv drehte dogmatisch mit kleinen digitalen Kameras und geringem Budget. Filme wie "Das Fest" von Thomas Vinterberg machten klar, dass digitales Video eine lebendige, praktikable Alternative zum 35mm-Film sein kann. Was aber die Bildqualität anging, konnten diese Filme mit klassischen Zelluloidbildern nicht mithalten.

Dagegen genügen heute Bilder, die etwa mit Sonys HDCAM-Camcorder HDW-F900 aufgenommen wurden, höchsten Ansprüchen. So drehte nicht nur George Lucas das neue Star-Wars-Spektakel komplett auf Sonys High Definition Video Format, sondern auch der russische Regisseur Alexander Sokurow wählte für seinen Film "Russische Arche" das HDCAM-Format.

Mit HDCAM wächst auch Kino und Fernsehen zusammen. Digitale Masterbänder sind in alle Fernsehformate konvertierbar. Auch eine Rücküberspielung auf 35mm-Film ist unproblematisch. Diese ist nötig, weil die Projektion digitaler Bilder auf Kinoleinwände noch nicht zufriedenstellend gelöst ist. Das komplett digitale Kino aber ist für Experten in greifbare Nähe gerückt. Reinhard Maurer, Manager Digital Cinematography bei Sony, sieht HD nicht als Kampfansage an den 35-mm-Film: "Uns geht es nicht darum, 35mm- Film zu verdrängen. Video und Film werden nebeneinander bestehen."

Quelle: Handelsblatt

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