High-Tech-Ansiedlungen
München schlägt Berlin

Und der Verlierer heißt: Berlin. Wie fast immer im Wettbewerb der Standorte um Industrieansiedlungen. Jüngstes Beispiel: die Entscheidung der spanischen Telefongesellschaft Telefónica, ihre deutsche UMTS-Gesellschaft mit 5 000 Arbeitsplätzen in München aufzubauen...

Dabei hat zurzeit keine andere Stadt in Deutschland bessere Chancen, Unternehmen der Informationstechnologie (IT) und Telekommunikation anzulocken als Berlin: Es gibt technische Studiengänge en masse, Berlin ist bei Leuten unter 40 neben New York die angesagteste Stadt der Welt, Grundstücke und Häuser sind billig wie sonst nirgends in Europas Metropolen. Berlin - und davor fürchten sich die Münchener seit dem Mauerfall - hat alle Chancen im Standortwettbewerb, aber so gut wie alle vergeben.

Immer wieder berichten IT-Unternehmer, wie schwerfällig die Bürokratie Berlins sei. Wo in München und anderswo rote Teppiche ausgerollt werden, beginnt in der Bundeshauptstadt der schwierige Weg durch Senats- und Bezirksausschüsse. Auch bemängelt jedes internationale Unternehmen die fehlenden direkten Flugverbindungen in die Wirtschaftsmetropolen Europas und der USA: Berlins Stadtregierung ist zutiefst überzeugt, dass sie leider gar nichts ändern kann. In zwei, drei Jahren wird sie Recht behalten haben: Dann ist der weltweite Berlin-Hype vorbei, und die ansiedlungswilligen Unternehmer sind in München.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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