High-Tech-Börse in den USA ist kurzfristig überkauft
Chartkommentar: Nasdaq kämpft mit massivem Widerstand

Die US-Wachstumsbörse Nasdaq hat sich kräftig erholt. Nun ist der Markt überkauft. Die Chance für eine längere und stärkere Aufwärtsbewegung besteht nur, wenn sich ein breit angelegter Boden in Form einer unteren Umkehrformation bildet. Dann könnte der Abwärtstrend durchbrochen werden.

DARMSTADT. Die US-amerikanische Wachstumsbörse, der Nasdaq-Composite-Index, ist in nur zwei Wochen von ihrem Tief bei 1 620 Punkten bis auf beinahe 2 200 Zähler gestiegen. Das ist ein Plus von 36 %. Seit einigen Tagen befindet sich der Index in einer Konsolidierungsphase. Anleger stehen vor der Frage, ob eine langfristige Wende eingeleitet ist.

Der Nasdaq-Composite-Index war von gut 300 Punkten im Jahr 1987 bis über 5 048 Punkte am 10. März 2000 gestiegen. Das sind rund 1 500 %. Anschließend wurde ein kurzfristiger Aufwärtstrend, der sich aus den Tiefpunkten von 1998 und 1999 ergibt, nach Ausbildung eines Doppel-Hochs (charttechnisch negatives Zeichen) nach unten durchbrochen.

Der Index fiel von September bis Dezember von 4 300 auf 2 250 Zähler - also um 48%. Nach der überraschenden Zinssenkung durch die US-Notenbank (Fed) am 3. Januar folgte eine Gegenbewegung bis auf 2 900 Punkte - knapp 30%. Dabei war der seit September intakte Abwärtstrend nach oben durchbrochen worden. Dieser Trendbruch erwies sich allerdings als eine "Bullenfalle": Optimisten, die in dieser Phase auf steigende Kurse setzten, wurden getäuscht und negativ überrascht. Nach einem Doppel-Hoch, dessen Spitzen sehr eng beieinander lagen, fiel der Nasdaq-Index Anfang April auf ein neues Tief bei 1 620 Punkten.

2 250 Punkte sind schwer zu überwinden

Von der unteren Trendlinie des steilen Abwärtstrendkanals, der sich seit Ende Januar ausgebildet hatte, erfolgte ein Anstieg bis auf 2 200 Zähler. Dabei wurde der sehr steile Abwärtstrend nach oben durchbrochen. Bei gut 2 250 Punkten befindet sich eine Widerstandslinie: Die obere Begrenzung des breiten Abwärtstrendkanals liegt derzeit knapp über der Marke. Trend- und Widerstandslinie zusammen bilden einen Kreuzwiderstand. Dieser wird erfahrungsgemäß nicht im ersten Anlauf überwunden, insbesondere wenn der Markt wie aktuell stark überkauft ist. Dementsprechend begann in der vergangenen Woche eine Abwärtsreaktion. Ist die jetzige Situation mit der von Januar vergleichbar? Erweist sich der Ausbruch nach oben erneut als Bullenfalle, oder erfolgt eine langfristige Umkehr nach oben?

Der Trendbruch Anfang April war keine breit angelegte untere Umkehrformation. Sollte sich nun aber ein solide breit angelegte untere Umkehrformation herausbilden, besteht eine gute Chance, dass im nächsten Anlauf die Abwärtstrendlinie nach oben durchbrochen wird. Die nächste Widerstandszone liegt dann zwischen 2 500 und 2 900 Punkten.

Bis jetzt lässt eine solide untere Umkehrformation aber auf sich warten. Die Möglichkeit einer weiteren Bullenfalle, vergleichbar mit der im Januar 2001 sollte beachtet werden. Zum Vergleich: Der Nikkei-Index lief Ende 1990 nach einer rund einjährigen steilen Abwärtsbewegung in solch eine Bullenfalle hinein.

Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts

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