High-Tech-Werte sind zu teuer
Merrill Lynch sieht Aktienanlagen im Aufwind

Unschlüssige Anleger sollten ihr Geld nach Meinung von Experten wieder in Aktien investieren und die Positionen bei Anleihen zurückfahren. Diese Strategie empfiehlt die Investmentbank Merrill Lynch, wie am Dienstag Richard Turnill von Merrill Lynch Investment Managers (MLIM) darlegte. Am schlechtesten werden nach Einschätzung von Merrill Lynch aber diejenigen Anleger fahren, die große Barreserven (Cashpositionen) halten.

dpa-afx FRANKFURT/LONDON. Turnill begründete seinen Aktienoptimismus vor allem mit den drastisch gesenkten Leitzinsen in den USA, in der Eurozone und in Großbritannien. Außerdem gebe es seit Oktober immer mehr Konjunktursignale, die für eine Erholung der Weltwirtschaft im Verlauf der ersten Hälfte kommenden Jahres sprechen. Hier nannte er insbesondere den gesunkenen Ölpreis und das gestiegene Verbrauchervertrauen.

Den vielfachen Ratschlag, auf Anleihen zu setzen, könne er vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehen, sagte der Experte. "Historisch gesehen haben Anleihen eine Investition in Aktien zwei Mal übertrumpft, nämlich 1990 in Japan und in den 30er Jahren in den USA."

Interessant könnten angesichts dieser Prognose vor allem zyklische Industriewerte werden, sagte Turnill. Auch Finanztitel würden von einem Aufschwung früher als andere Sektoren profitieren. Relativ schwächer dürften sich seiner Einschätzung nach hingegen die zuletzt stabil notierenden Versorger, Pharma- und Gesundheits-Titel entwickeln.

Skepsis zu Anlagen in Hightech-Werte



Skeptisch äußerte sich Turnill zu Aktienanlagen in Hightech-Werte. Viele der Kurse seien schon heute relativ teuer und hätten einen Großteil der noch anstehenden Erholung vorweggenommen. Außerdem zeichne sich die Branche durch hohe Überkapazitäten aus.

Die Vermutung, dass die Aktienmärkte allgemein den erhofften Aufschwung schon in die Kurse eingepreist hätten, wies Turnill zurück. Der Konjunkturoptimismus sei zwar noch im September und Oktober übertrieben gewesen, doch mittlerweile legten zahlreiche Frühindikatoren eine Erholung im ersten Halbjahr 2002 nahe.

Positives Szenario gilt nur unter Vorbehalt

Der verhalten optimistische Ausblick von Merrill Lynch steht unter dem Vorbehalt, dass keine weiteren großen Terroranschläge die Welt erschüttern und dass die USA keine größere Militäraktion gegen Irak starten. "Dann müssten wir das gesamte Szenario überdenken," sagte Turnill.

Die Besserung wird nach Einschätzung von Merrill Lynch nicht mit einem Paukenschlag, sondern häppchenweise kommen. Im ersten Quartal kommenden Jahres werde die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts in den USA noch auf 1,0 % sinken, im zweiten Quartal jedoch werde sie sich auf drei Prozent belaufen und im zweiten Halbjahr schließlich auf 5,0 % wachsen.

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