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Hightechs prägen den Handel

Die vor Börsenbeginn veröffentlichten Wirtschaftsdaten geben keinen Anlass zum Jubel. Dennoch trüben sie die Stimmung an der Wall Street nicht ein. Vor allem Technologiepapiere ziehen an. Darunter zeigen sich insbesondere Chipwerte in guter Verfassung. Überdurchschnittlich ziehen auch Aktien aus den Bereichen Software, Netzwerke, Einzelhandel und Biotechnologie an. Schwächer sind die Sektoren Pharma und Öl.

Die Produktivitätsrate für das erste Quartal ist mit minus 1,2 Prozent niedriger ausgefallen als dass Experten erwarteten. Sie hatten mit minus 0,8 Prozent gerechnet. Ein stabiler Produktivitätszuwachs wirkt Inflationstendenzen entgegen. Auch die Arbeitskosten und Auftragseingänge sind schlechter ausgefallen als zuvor von Experten prognostiziert. Dies wird aber als Schnee von gestern abgetan. Immerhin geht es um den Zeitraum von Januar bis März. Die Anleger lassen sich von diesen Indikatoren jedenfalls nicht irritieren.

Lucent Technologies ist einer der Hauptfaktoren für die gute Stimmung in New York. Der Hersteller von Telekom-Technologie will weitere Kosten einsparen und rechnet damit, dass der Verlust im dritten Quartal geringer als im vorhergehenden Quartal ausfallen wird. Der Umsatz soll wiederum leicht über dem des zweiten Quartals liegen. Das Marktumfeld wird vom Management jedoch weiterhin als "flau" bezeichnet. Ferner befänden sich die Gespräche zum Verkauf des Glasfaserbereiches, bei dem Lucent Technologies 20.000 Arbeitsplätze abbaut, kurz vor dem Abschluss.

Xilinx, die Nummer Eins im Bereich der programmierbaren Chips, hat die Geschäftsprognosen für das laufende Quartal bestätigt. Während früher Champagner in Strömen floss, ist man jetzt schon mit Mineralwasser zufrieden. Soll heißen: die Investoren freuen sich mittlerweile schon darüber, dass ein Unternehmen wenigstens keine schlechten Nachrichten veröffentlicht. So freut man sich selbst darüber, dass Xilinx ein Umsatzminus von 15 bis 25 Prozent gegenüber dem Vorquartal hinnehmen muss. Damit hatte man schon gerechnet.

Hewlett-Packard zahlt 400 Millionen Dollar, weil der Computerkonzern von einem kleineren Unternehmen beschuldigt wurde, Patentrechte zu verletzen. Hewlett-Packard bekennt sich nicht als schuldig, kommt nun aber um ein Gerichtsverfahren herum. Die Zahlung schmälert nachträglich den ausgewiesenen Gewinn für das vergangene Quartal. Die Aktie kann sich verbessern.

Auch Boeing zieht den Dow nach oben. Der Flugzeugbauer wird für die US Air Force 500 Flugzeuge modernisieren und bekommt dadurch in den nächsten Jahren Milliardeneinnahmen.

Nach Angaben von Myriad Genetics hat das Unternehmen ein Gen, das für einen hohen Cholesterin-Spiegel verantwortlich ist, ausfindig gemacht. Es produziert das Protein in großen Mengen und ist nun Hauptziel für eine medikamentöse Behandlung. Allerdings steht es noch in den Sternen, ob Myriad Genetics durch diesen Durchbruch in der Forschung auch ein umsatzstarkes Präparat produzieren kann. Noch steht das Unternehmen in der frühesten Phase bei der Medikamentenentwicklung. Cholesterol kann die Arterien verstopfen und Schlaganfälle und Herzversagen hervorrufen. Ein zu hoher Cholesterinspiegel ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme der US-Amerikaner.

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