Hilfappel für arme Länder
Aids bleibt ein Schrecken der Welt

Mit einem Appell für mehr Hilfe bei der Aids-Bekämpfung in den armen Ländern hat am Sonntag in Barcelona die 14. Internationale Aids-Konferenz begonnen.

Reuters BARCELONA. Zur Eröffnung der eine Woche dauernden Tagung von 15 000 Experten am Sonntag sagte der Chef des Aids-Bekämpfungsprogramms der Vereinten Nationen (UNAIDS), Peter Piot, die Welt dürfe nicht zulassen, dass sich eine Aids-Krise wie in Afrika auf anderen Kontinenten wiederhole. Piot wies das Argument zurück, es sei technisch nicht möglich, Mill. von der Immunschwächekrankheit Betroffene in den ärmsten Ländern medizinisch zu versorgen. "Es ist nicht das Wissen, dass ein Hindernis ist, es der politische Wille", sagte Piot. Auch Vertreter nichtstaatlicher Organisationen forderten, die lebenswichtigen aber teuren Medikamente den Betroffenen in den armen Ländern zugänglich zu machen.

"Wir können nicht als passive Zuschauer dabei stehen, während sich in anderen Kontinenten die Geschichte wiederholt, und wir dürfen Afrika jetzt nicht alleine lassen", sagte Piot. In der vergangenen Woche warnte UNAIDS, der Immunschwächekranheit könnten in den kommenden 20 Jahren 70 Mill. Menschen zum Opfer fallen. Dank teurer Medikamente können Patienten in den Ländern des Westens viele Jahre mit der Krankheit leben. So wurden in diesen Ländern rund 500 000 Menschen mit den Aids-Medikamenten behandelt, 25 000 erlagen in diesem Zeitraum der Krankheit. In Afrika dagegen werden 30 000 Menschen behandelt, während 2,2 Mill. starben.

Bei der Eröffnung der Konferenz kam es zu einem Zwischenfall. Demonstranten pfiffen die spanische Gesundheitsministerin Celia Villalobos während ihrer Rede aus. Die Demonstranten warfen der spanischen Regierung vor, mit dem Aids-Virus Infizierte an der Teilnahme der Konferenz gehindert zu haben. "Wenn man HIV-positiv ist und keine Krankenversicherung vorweisen kann, wurde einem die Anreise verboten", ein Sprecher der Aids-Aktivistengruppe Act-Up.

Die Regierung in Madrid wies die Vorwürfe zurück. Die spanischen Behörden haben nach Regierungsangaben mehr als 17 000 Visa für die Konferenz ausgestellt. Weniger als 100 Anträge seien abgelehnt worden, weil sie nicht den Einreisebestimmungen entsprochen hätten. So hätten in diesen Fällen etwa Flugtickets und Krankenversicherungsnachweise gefehlt. Ein negativer Aids-Nachweis sei nicht verlangt worden.

Einem US-Bericht zufolge wird Aids die durchschnittliche Lebenserwartung in elf Staaten Afrikas bis zum Ende des Jahrzehnts unter 40 Jahre senken. In den Regionen Afrikas südlich der Sahara leben 28,5 Mill. der weltweit insgesamt 40 Mill. HIV-Infizierten.

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