Hilfe bei der Übernahme von Powergen
Auch Allianz verhandelt mit Eon über Anteilsabbau

Neben dem Freistaat Bayern verhandelt auch die Münchner Allianz AG mit dem Energiekonzern Eon über einen Abbau ihres Anteils auf unter fünf Prozent.

rtr MÜNCHEN. "Es laufen Gespräche zwischen Allianz und Eon ", sagte ein Allianz-Sprecher am Montag. Die Versicherung wolle Eon helfen, bei der geplanten Übernahme des britischen Energieversorgers Powergen die Auflagen nach US-Recht zu erfüllen. Dazu müssten Allianz und Bayern ihre Eon-Anteile auf jeweils unter fünf Prozent reduzieren.

Bayerns Staatskanzlei-Chef Erwin Huber kündigte an, den Staatsanteil möglicherweise erst in einigen Jahren zu verringern. Bei Eon war zunächst keine Stellungnahme erhältlich. Der Kurs der Eon Aktie gab am Montag in einem behaupteten Börsenumfeld 2,2 % auf 55,14 ? nach.

Wandelanleihen über 2 Mrd. Euro

Der Allianz-Sprecher nannte keinen Zeitrahmen für die Gespräche mit Eon . In Unternehmenskreisen hieß es, es sei seit längerem bekannt, dass die Allianz ihren Eon-Anteil verringern wolle. Bereits im Dezember hatte die Allianz eine indexgebundene Wandelanleihe über zwei Mrd. ? aufgelegt, die nach Ablauf von drei Jahren mit Aktien von Eon , BASF und der Münchener Rück getilgt wird. Die Allianz hält an Eon nach eigenen Angaben rund zehn Prozent.

Ein Eon-Sprecher hatte am Wochenende die Gespräche nicht bestätigt, aber darauf verwiesen, dass Konzernchef Ulrich Hartmann vor vier Wochen Verhandlungen mit der Allianz und Bayern angekündigt habe. Die bayerische Landesregierung will ihr Eon-Aktienpaket von 5,48 % ebenfalls wegen der geplanten Powergen-Übernahme verringern. Der Zeitrahmen für einen Verkauf der Anteile sei "vier bis fünf Jahre", sagte Huber der "Passauer Neuen Presse". "Wir stehen nicht unter Zeitdruck", sagte Huber. Bislang seien keine konkreten Schritte eingeleitet worden.

Es hänge von der "Opportunität" und der Kursentwicklung ab, ob Bayern seinen Eon-Anteil von 5,48 % auf 4,99 % reduziere oder eine "sinnvolle Tranche" privatisiere, sagte Huber. Das Eon-Aktienpaket Bayerns hat einen Wert von rund 4,6 Mrd. DM.

Der Anteil Bayerns an Eon geht auf die Fusion der Energiekonzerne Viag und Veba und ihrer Töchter Bayernwerk und Preussen Elektra zu Eon zurück. Bayern hatte bei der Ankündigung des Zusammenschlusses im Herbst 1999 zehn Prozent seines Anteils von insgesamt 25,1 % an der Viag an die Veba verkauft. Für die restlichen 15,1 % erhielt Bayern bei der Fusion einen Anteil von 5,48 % am Grundkapital von Eon .

Eon will mit der britischen Powergen auch dessen US-Tochter LG&E erwerben und sich damit einen Eintritt in den größten Energiemarkt der Welt verschaffen. "LG&E stellt für uns nur den ersten Schritt auf dem US-Markt dar, dem weitere folgen werden", hatte Hartmann im April gesagt. Ziel sei, auch in den USA zu den Marktführern zu gehören. Eon übernimmt mit Powergen damit auch die auf die USA ausgerichtete Wachstumsstrategie des Unternehmens.

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