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Hilfe bei Haarausfall in Sicht

Berlin (dpa) - Mediziner möchten Menschen mit unliebsamen Haarausfall in den kommenden Jahren durch den Einsatz von Stammzellen helfen. In Tierversuchen sei es bereits gelungen, auf haarlosen Hautpartien wie Mäuseohren Haare wachsen zu lassen.

Berlin (dpa) - Mediziner möchten Menschen mit unliebsamen Haarausfall in den kommenden Jahren durch den Einsatz von Stammzellen helfen. In Tierversuchen sei es bereits gelungen, auf haarlosen Hautpartien wie Mäuseohren Haare wachsen zu lassen.

Das sagte Ulrike Blume-Peytavi vom Berliner Klinikum Charité. Das Verfahren mit körpereigenen Zellen könne eine Alternative zur Haartransplantation werden. Der Direktor der Charité-Hautklinik, Wolfram Sterry, erwartet den Einsatz erster derartiger Therapien in ein bis vier Jahren auch in Deutschland. Bis Samstag tagt in Berlin ein internationaler Wissenschaftskongress rund um Haarprobleme.

Haarausfall, Geheimratsecken, Glatzen: Rund die Hälfte aller Männer hat spätestens mit 50 Jahren Ärger mit dem Schopf. Doch auch viele Frauen bekommen Probleme. Nach Charité-Angaben lichten sich bei einem Fünftel der Frauen bereits zwischen 20 und 30 Jahren sichtbar die Haare. «Die Betroffenen leiden sehr darunter, weil mit dem Haarausfall ein Stück Weiblichkeitsgefühl verloren geht», sagte Sterry.

Die Stammzell-Variante verspricht Medizinern erste Erfolge. Klinische Studien am Menschen laufen bereits in England. Die nötigen menschlichen Stammzellen werden aus der Ansatzstelle des Haares entnommen und anschließend auf haarlosen Hautpartien wieder eingespritzt. Die Forscher hoffen, später auch farbgebende Haarpigmente verwenden zu können, um ein frühzeitiges Ergrauen des Schopfes zu stoppen.

Herkömmliche Wirkstoffe gegen Haarausfall können bereits in winzigen Molekül-Transportkapseln aus Silikon genau an ihren Wirkungsort transportiert werden. Die Patienten müssen dazu nur Cremes auf den Kopf verreiben. Eines dieser Präparate, das den Gefäßstoffwechsel stimuliert, ist seit April in Deutschland zugelassen. Männern mit Vollglatze will Blume-Peytavi aber nicht zu viel Hoffnung machen: «Das lässt sich auch in fünf Jahren bestimmt noch nicht heilen».

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