Hilfe bei Problemkrediten
Neue HVB-Tochter gegründet

Die HVB Group hat in der Steueroase Bermuda einen Finanzdienstleister gegründet, der der HVB und anderen Firmen bei der Verwaltung problematischer Kreditportfolios helfen soll.

Reuters MÜNCHEN. "Hier bestehen erhebliche Gewinnpotenziale, die auch der HVB Group als Anteilseigner zu Gute kommen werden", sagte der frühere HVB-Vorstand Stephan Bub, der die neue Firma namens Grand Central Re (GCR) leiten wird, am Dienstag in München. In HVB-Kreisen hieß es, mit ihrem neuen Geschäftsmodell hoffe die GCR auf ein bis zwei Jahre Vorsprung vor der Konkurrenz und auf eine zweistellige Kapitalrendite schon im ersten vollen Geschäftsjahr 2004.

Deutschlands zweitgrößter Bankkonzern HVB, der im vergangenen Jahr durch hohe Kreditausfälle in die Verlustzone geraten war und nun massiv umstrukturiert, werde zunächst über 90 % an GCR halten, hieß es. Innerhalb von ein bis zwei Jahren soll dieser Anteil auf unter 50 % sinken. "Für die HVB wird sich aus diesem Finanzinvestment keine nennenswerte Eigenkapitalbelastung ergeben", teilte die Bank mit, die im Hinblick auf ihre Kreditwürdigkeit die Eigenkapitalbasis deutlich stärken muss.

Die HVB wird Teile ihres nicht mehr zum Kerngeschäft zählenden Finanzmarktgeschäfts in Amerika und Asien in die GCR einbringen. Die neue Gesellschaft, an der neben der HVB noch das GCR-Management und der auf den Bermudas angesiedelte kleinere Rückversicherer Max Re beteiligt sein werden, soll mit 500 Mill. ? kapitalisiert werden.

In HVB-Kreisen hieß es, im ersten vollen Geschäftsjahr 2004 würden bei der GCR Bruttoeinnahmen von bis zu 125 Mill. Dollar erwartet, von denen knapp die Hälfte von der HVB kommen würden. Der dabei erwartete Nettogewinn wird in den Kreisen mit 75 Mill. Dollar beziffert. Von den rund 100 Mitarbeitern werde der Großteil von der HVB kommen.

Die GCR, die technisch als spezialisierter Rückversicherer firmiert, wird den Angaben zufolge sowohl selbst Kreditrisiken übernehmen als auch Portfolios anderer Firmen verwalten. Anders als etwa bei der Dresdner Bank werden keine Not leidenden Kredite aus der Bank ausgegliedert und an GCR weitergegeben. Unberührt sind auch die bei der HVB selbst verbleibenden Verbriefungsaktivitäten, bei denen Forderungsbestände in Form von Wertpapieren handelbar gemacht und bei Investoren platziert werden.

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