Hilfe für Problemfall
HUK Coburg will Familienfürsorge kaufen

Für den bisher einzig publik gewordenen Krisenkandidaten der deutschen Lebensversicherungsbranche - die Familienfürsorge Lebensversicherung - bahnt sich eine Lösung an.

cd FRANKFURT/M. Die HUK-Coburg AG-Lebensversicherung wolle das Detmolder Unternehmen übernehmen, teilte der Versicherer am Dienstag mit. Die Verhandlungen zwischen dem Sonderbeauftragten für den Vorstand der Familienfürsorge Prof. Kurt Wolfsdorf und dem Vorstand der HUK-Coburg seien weit fortgeschritten. Einen Kaufpreis nennt die HUK nicht.

Anfang Juli hatte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) die finanzschwache Familienfürsorge unter Zwangsverwaltung gestellt und Wolfsdorf nach Detmold entsandt. Der kirchliche Versicherer sei aber nicht insolvent, erklärte nun Zwangsverwalter Wolfsdorf, nachdem er die Halbjahresbilanz für das Unternehmen erstellt hat. Allerdings reichten die Sicherheitsmittel des Unternehmens nicht aus. Die Lebensversicherungen sind gesetzlich verpflichtet, den Versicherten einen Mindestzins von 3,25 Prozent oder bei Altverträgen vier Prozent zu zahlen.

Die HUK-Coburg plant von der Familienfürsorge die Übernahme von Bestand, Mitarbeitern und Vertrieb. Der Vertrieb der Familienfürsorge solle künftig Produkte der HUK-Coburg-Leben unter der Marke Familienfürsorge verkauften, heißt es. Sowohl der Altbestand als auch neu verkaufte Verträge sollen in Detmold verwaltet werden. Dagegen sei es "denkbar", dass die HUK künftig das Kapitalanlagemanagement der Altverträge übernehme, sagte ein HUK-Sprecher auf Anfrage. Die Flaute an den Kapitalmärkten hat die Krise bei einigen deutschen Lebensversicherern ausgelöst. Branchenexperten sprechen von einer Handvoll Lebensversicherer in Schieflage. Die Branche einigte sich jüngst darauf, einen Pool für angeschlagene Unternehmen einzurichten, für die sich kein Käufer findet.

Von der Übernahme verspricht sich die HUK eine Stärkung der "guten Position" im kirchlichen Markt, in dem sie selbst seit ihrer Gründung verankert ist. Die Muttergesellschaft der Unternehmensgruppe hatte 1933 eine Gruppe von Pfarrern und Lehrern gegründet. Die Familienfürsorge verzeichnete 2001 Beitragseinnahmen in Höhe von 183,1 Mill. Euro. Der Bestand belief sich auf rund 313 000 Verträge mit einer Versicherungssumme von 5,57 Mrd. Euro. Der geplanten Übernahmen müssen noch die Gremien beider Unternehmen zustimmen.

Quelle: Handelsblatt

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