Hilfegesuch Argentiniens bewegt sich laut IWF am oberen Limit: IWF müsste tief in die Tasche greifen

Hilfegesuch Argentiniens bewegt sich laut IWF am oberen Limit
IWF müsste tief in die Tasche greifen

Die stellvertretende Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Anne Krueger hat die von Argentinien gewünschte Hilfssumme als hoch bezeichnet.

Reuters MELBOURNE. "Verglichen mit dem, was wir als realistisch sehen, halte ich 15 Mrd. $ für hoch, aber es ist zu früh, das genau zu sagen.", sagte Krueger am Dienstag in Melbourne. Vertreter der argentinischen Regierung hatten Anfang des Monats mitgeteilt, das Land strebe internationale Hilfe über rund 15 bis 20 Mrd. $ an. "Das wäre sicherlich am oberen Limit, wenn man die Höhe unseres bisherigen Engagements bedenkt", sagte Krueger weiter.

Bereits vergangene Woche hatte sie mitgeteilt, Argentinien sei bislang noch nicht formell an den IWF herangetreten. Es müssten außerdem noch sehr viele Themen besprochen werden, bevor eine konkrete Zahl genannt werden könne. Zu den noch offenen Themen gehören Krueger zufolge der Staatsetat, die Finanzierung des Defizits, Pläne zur Geldpolitik, der Wechselkurs, Absprachen mit den Gläubigern und ein Neuanfang bei den Banken. "Alle diese Themen sind miteinander verbunden. Man muss das alles in einem vernünftigen Ansatz zusammenbringen und behandeln. Wann das sein wird, weiß ich nicht.

Krueger sagte weiter, Argentinien habe angedeutet, innerhalb von fünf Monaten auf einen einheitlichen Wechselkurs überzugehen. "Es ist gefährlich, solange sie es (das duale Wechselkurssystem) haben", sagte Krueger. "Überall, wo man zwei Preise für das gleiche Gut hat, gibt es eine Menge Probleme, das System am laufen zu halten." Das Land hatte Anfang dieses Monats die Eins-zu-Eins-Parität der Landeswährung Peso zu $ aufgehoben. Jetzt gibt es einen festen Wechselkurs von 1,4 Peso je $ für den Außenhandel und einen freien Wechselkurs.

Die neue argentinische Regierung bemüht sich um eine Verbesserung der Beziehungen zum IWF. Dieser hatte im Dezember die Auszahlung weiterer Kredittranchen aus einem Bereitschaftsprogramm im Volumen von 22 Mrd. $ eingefroren, nachdem die damalige Regierung von Präsident Fernando de la Rua die vereinbarten Haushaltsziele nicht eingehalten hatte. Seitdem ist Argentinien mit den Zins- und Tilgungszahlungen auf seine Schulden von rund 141 Mrd. $ in Verzug.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%