Hillary Clinton hat keine Chance mehr
„It's All Over Now, Baby Blue“

Hillary Clinton hat ihre letzte Chance im Kampf um das Weiße Haus vertan. Nach der haushohen Niederlage in North Carolina und einem Zittersieg in Indiana muss sie die Hoffnung begraben, die noch unentschiedenen Superdelegierten der Demokraten mehrheitlich auf ihre Seite zu ziehen. Die ehemalige First Lady kann nur noch auf eine unorthodoxe Lösung hoffen.

DÜSSELDORF. „It's All Over Now, Baby Blue“, titelt das US-Politikmagazin » „The New Republic“ und bringt damit die Situation der Clinton-Kampagne auf den Punkt. Die Vorwahl bei den Demokraten ist gelaufen. Die letzten wichtigen Entscheidungen in North Carolina und Indiana haben den Traum der New Yorker Senatorin von der Präsidentschaftskandidatur endgültig zerplatzen lassen.

„Das sind schlechte Neuigkeiten für Clinton“, kommentiert der demokratische Parteistratege Garry South das Ergebnis. Clinton ist es nicht gelungen, in dem dramatischen Ringen um die Präsidentschaftskandidatur ihre gute Ausgangsposition umzumünzen. Die New Yorker Senatorin hatte mit ihrem Sieg in Pennsylvania im April neuen Schwung gewonnen, Obama dagegen mit der Affäre um die antiamerikanischen Äußerungen seines früheren Pfarrers Jeremiah Wright ("Gott verdamme Amerika!") zu kämpfen.

„Doch Senatorin Clinton hat nicht das erreicht, was sie brauchte“, bilanziert der demokratische Abgeordnete Brad Miller aus North Carolina. Er gehört zu den Superdelegierten, die beim Nominierungsparteitag Ende August in Denver frei abstimmen können.

Auf diese Superdelegierten setzt Clinton ihre Hoffnungen, ihren klaren Rückstand noch wettmachen zu können. Doch Obamas starke Ergebnisse in North Carolina und Indiana dürften den Trend bei den Superdelegierten zu seinen Gunsten noch verstärken.

In North Carolina gewann Obama nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen mit 56 Prozent, Clinton erhielt 42 Prozent. In Indiana siegte die Ex-First Lady nur hauchdünn. Das war zu wenig. Nach Auszählung von ebenfalls 99 Prozent auf 51 Prozent der Stimmen, Obama erhielt 49 Prozent.

Obwohl sich Clinton weiter kämpferisch gibt, sich weiter für „die Sache zerreißen will“, schwant es ihr wohl auch: Vom energischem Auftreten in den vergangenen Tagen ist schon am Dienstagabend nichts mehr zu sehen. Sie wirkt angespannt und verhalten, als sie ihren Anhängern verspricht, bei den anstehenden Vorwahlen noch einmal anzugreifen. Sie redet eher sanft von der „gemeinsamen Reise", auf der sie und ihr Rivale Barack Obama unterwegs seien. Auch ihr Ehemann Bill Clinton und Tochter Chelsea wirken gedrückt.

Für Obama ist es nach der Kontroverse um die Bemerkungen seines Ex-Pastors Jeremiah Wright dagegen ein großer Sieg. Der frühere US-Botschafter John Kornblum nennt Obama am Mittwoch im Nachrichtensender n-tv den „Mann der Stunde, mindestens bei den Demokraten“. Zu Clinton meint er: „Ich würde sagen, bei einem normalen Wahlkampf würde Frau Clinton jetzt sagen: Jetzt habe ich den Durchbruch nicht geschafft, jetzt sollte ich mindestens überlegen aufzuhören.“

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