Hilmar Kopper Rücktritt nahegelegt
Massive Kritik an Bezügen der Daimler-Chrysler-Chefs

Auf der Hauptversammlung des Autokonzerns Daimler-Chrysler hat die geplante Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge bei vielen Aktionären für Unmut gesorgt.

HB/dpa BERLIN. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) legte Aufsichtsratschef Hilmar Kopper am Mittwoch in Berlin den Rücktritt nahe. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hielt dem Aufsichtsrat ebenfalls Maßlosigkeit vor. Kritik gab es auch daran, dass Daimler-Chrysler die Bezüge der einzelnen Vorstandsmitglieder nicht offen legen will.

Auf Vorschlag des Vorstands sollen Aufsichtsräte bei dem deutsch-amerikanischen Konzern künftig 75 000 statt 51 000 ? verdienen. Koppers Einkommen soll sogar von 102 000 auf 225 000 ? angehoben werden. Der Autohersteller begründet die Anhebung damit, dass die Mitglieder des Kontrollgremiums im Vergleich zu anderen Dax-Unternehmen zu wenig verdienten.

"Viele Aktionäre sind der Meinung, dass in Ihrer Person ein sofortiger Rücktritt geboten wäre", sagte SdK-Vertreter Lars Labryga an die Adresse von Kopper. DSW-Sprecher Jörg Pluta vermutete, dass die Erhöhung der Aufsichtsratsbezüge eine Gegenleistung für die vorzeitige Vertragsverlängerung von Konzernchef Jürgen Schrempp sei. Dies sei "sozial nicht vertretbar". Vor der Hauptversammlung hatte auch einer der größten Investmentfonds, Union Investment, die Erhöhung kritisiert.

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