Hin- und hergerissen
Birgit Fischer liebäugelt mit Comeback

Einen Gegner hat Birgit Fischer nicht, dennoch ist es ihr vielleicht schwierigster Kampf: Die deutsche Vorzeigekanutin ringt mit sich selbst und der Entscheidung, ob sie wieder ins Boot steigt. Doch Sponsoren, Kinder und ihr Verein ermutigen die 41-Jährige zu einem schier unglaublichen Comeback. "Die Chancen stehen jetzt 60:40. Aber die endgültige Entscheidung muss ich noch bis Ende Oktober aufschieben", erklärte Deutschlands Rekord- Olympionikin am Montag.

HB BRANDENBURG. Seit einigen Wochen sei sie völlig hin- und hergerissen. "Viele reden mir zu. Aber es gibt auch gute Freunde, die warnen und sagen: Lass es sein. Fast jeden Tag ändern sich meine Gefühle", sagte die siebenmalige Olympiasiegerin und 27fache Kanu-Weltmeisterin. Bis Anfang November muss das endgültige "Ja" nach dreijähriger Pause gekommen sein, damit sie Aufnahme in das Doping-Kontrollsystem des Weltverbandes ICF finden kann.

"Ich fände es toll, wenn sie wieder dabei wäre", verkündete ihre 13-jährige Tochter Ulla am Sonntagabend im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Es wäre prima, "wenn sie nicht mehr so oft zu Hause" wäre. Auch der 17 Jahre alte Sohn Ole stärkt der Mutter für das Comeback des Jahres den Rücken. Das wichtigste Gegenargument ist für Birgit Fischer das berufliche Fortkommen, denn derzeit versucht sie, sich eine freiberufliche Existenz im Paddel-Tourismus aufzubauen. "Ich würde unbedingt versuchen, ab Januar zweigleisig zu fahren. Training und Job müssen parallel möglich sein", sagt sie.

Athen 2004 - das wären die sechsten Olympischen Spiele für die Ausnahmekanutin, die schon in Moskau 1980 mit 18 Jahren Einer-Gold für die DDR gewann. Doch auch als "Paddel-Oma" traut sie sich zu, wieder an alte Konditions- und Athletik-Werte heranzukommen, das unvergleichliche Wasser-Gefühl hätte sie sicher schon nach den ersten Paddelschlägen: "Es wäre schon sehr spannend, mal zu sehen, was ich noch kann. Ein Experiment, auch aus wissenschaftlicher Sicht."

Sponsoren wie die Deutsche Kreditbank DKB warten nur auf den Wiedereinstieg. Und auch ihr Club. "Wenn ich zurückkehre, dann werde ich ich auch wieder für meinen alten Verein WMS Mannheim-Sandhofen starten", sagte Birgit Fischer: "Der hat mich acht Jahre unterstützt und ist ein Partner, der mir immer helfen würde."

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