Hintergründe noch unklar
Tote durch Bombenanschlag bei Konzert in Bangladesch

Reuters DHAKA. Bei einer Bombenexplosion während eines Konzertes in Bangladesch sind am Samstag mehrere Menschen getötet und zahlreiche verletzt worden. Augenzeugen berichteten von neun Todesopfern und fast 50 Verletzten, während die Polizei acht Tote bestätigte. Bei einer zweiten Detonation rund 45 Minuten später wurde nach Angaben der Augenzeugen ein Polizist verletzt.

Das Konzert der kulturellen Gruppe Chhayanot in einem Park der Hauptstadt Dhaka zählte etwa 15 000 Zuschauer. Das Treffen war Teil der bengalischen Neujahrsfeiern. Nach ersten Ermittlungen ging die Polizei von ferngezündeten Sprengsätzen aus.

Ministerpräsidentin Sheikh Hasina verurteilte den Anschlag, zu dem sich zunächst niemand bekannte. Hasina machte "Kräfte, die die Unabhängigkeit Bangladeschs ablehnen und die Bengalische Kultur zerstören wollen" für den Anschlag bekannt. Konkrete Namen nannte die Regierungschefin nicht. Das Land erhielt 1971 die Unabhängigkeit von Pakistan. Auch die Gruppe Chhayanot und Vertreter der Opposition verurteilten die Bombenexplosionen. Die größte islamische Partei, Jamaat-e-Islami, warf der Regierung vor, nicht ausreichend für die Sicherheit der Menschen gesorgt zu haben. Die regierende Partei Awami League ihrerseits beschuldigt Jamaat-e-Islami, der pakistanischen Armee im Krieg 1971 dabei geholfen zu haben, bengalische Nationalisten zu töten, zu foltern und zu vergewaltigen.

Entgegen der Einschätzung der Polizei sagte ein Augenzeuge des Anschlags, die Bomben seien offenbar von einigen Leute unter die Menschenmenge geschmuggelt worden. Im März 1999 waren bei einem ähnlichen Bombenanschlag während eines Treffens der kulturellen Vereinigung Udichi mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Udichi und die Polizei machten für den Vorfall im Westen des Landes damals islamische Fundamentalisten und Terror-Gruppen verantwortlich.

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