Hintergründe und Folgen der Steuerhinterziehung
Steuertricks, die das Finanzamt schon kennt

Steuersünder sind kreativ. Doch viele Tricks haben einen gravierenden Nachteil: Sie sind auch den Finanzbeamten bestens bekannt. Ein paar Beispiele:

rs DÜSSELDORF. Edle Spender entpuppen sich bisweilen als Steuertrickser. Ein Bauunternehmer arbeitet für eine karitative Organisation. Natürlich freut die Helfer, dass der Mann statt Geld nur Spendenquittungen verlangt. Allerdings nicht für sein Unternehmen. Dort setzt er zwar das verbaute Material als Betriebsausgaben ab. Die Quittungen über 15000 bis 25000 Euro lässt er aber auf sich persönlich ausstellen. Jahrelang manipuliert er so seine private Einkommensteuererklärung. Dann fliegt die Sache auf.

Fleissige Ärzte mit eigener Praxis kommen so zu Schwarzgeld: Sie bieten ihren Patienten ein paar Zusatzleistungen an, die die Krankenkassen nicht bezahlen. Injektionsspritzen mit Aufbaupräparaten zum Beispiel. Das Honorar lässt sich der Doktor als Pauschalpreis in bar zustecken. Die Buchung als Praxiseinnahme wäre zwar korrekt, kommt laut erfahrenen Finanzbeamten in der Praxis aber kaum vor.

Über die Immobilien vieler Steuerzahler können sich Finanzbeamte nur wundern. Warum wird nie das Haus renoviert, in dem die Steuerzahler wohnen, warum ist immer nur das vermietete Objekt arm dran? Weil die Renovierungskosten dann in der Steuererklärung die Mieteinkünfte schmälern. Ein Mann aus Dortmund war besonders dreist: Er ließ sich die neue Heizung zwar in seine selbst genutzte Wohnung einbauen. In der Rechnung tauchte jedoch die Adresse der vermieteten Zweitwohnung an der Nordsee auf. Das machte den Finanzbeamten stutzig: Ein Heizungsbauer aus Dortmund bastelt an der Nordsee an Heizkörpern rum? Das stank zum Himmel.

Andere Vermieter tricksen mit Nebenkosten. Was sie ihren Mietern als "zweite Miete" abknöpfen, können sie beim Finanzamt als Betriebskosten deklarieren. Aber nur, wenn sie den selben Betrag auch als Einnahme verbuchen. Der zweite Schritt wird gerne vergessen.

Ein Unternehmer versucht sein Steuerglück so: Er verkauft sein Lebenswerk an ein englisches Unternehmen. Zwei Verträge werden aufgesetzt: Der eine regelt den Verkauf von Grundstück und Inventar. Der zweite betrifft das Know-how und 900000 Euro. Diese lässt sich der Unternehmer am Fiskus vorbei auf ein zweites Konto überweisen. Doch ein Mitwisser spielt dem Finanzamt den Geschäftsbericht der englischen Firma zu. Dort steht schwarz auf weiß, was beide Verträge gekostet haben.

Quelle: Wirtschaftswoche

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