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Hintergrund: Auslandseinsätze der Bundeswehr

Seit den 70er Jahren beteiligt sich die Bundeswehr im Ausland an Einsätzen der Vereinten Nationen (UN).

dpa HAMBURG. Seit den 70er Jahren beteiligt sich die Bundeswehr im Ausland an Einsätzen der Vereinten Nationen (UN). Unproblematisch und politisch nicht umstritten waren seit jeher friedenserhaltende und humanitäre Maßnahmen. Den Frieden mit der Waffe sichernde Aktionen hat das Verfassungsgericht erst 1994 erlaubt. Zu den bisherigen Auslandseinsätzen gehörten:

1973/74 im Nahen Osten: Flugzeugtransporte von medizinischem Gerät nach Ägypten, Syrien und Israel. Auftraggeber ist die UN-Friedenstruppe UNEF.

1978 im Nahen Osten: Transall-Transporte von Fahrzeugen und Ausrüstungen für die UN-Streitmacht in Libanon (UNIFIL). Nepalesische Soldaten werden in den Gebrauch der Geräte eingewiesen.

1988/89 in Namibia: Transporte im Auftrag der UN-Mission UNTAG, die den Unabhängigkeitsprozess und die ersten freien Wahlen in dem afrikanischen Land überwacht.

1989 im Sudan: Flüge zur Linderung einer Hungersnot. Auftraggeber ist die "Lifeline Sudan" der UN.

1991 im Persischen Golf: Minensuche mit sieben Schiffen auf Bitten der UN und der USA. Die Schiffe werden allerdings nicht dem Kommando der Weltorganisation unterstellt. Danach Unterstützung der UN-Mission UNSCOM bei der Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak.

1991/93 in Kambodscha: Krankenversorgung für die UN - Übergangsbehörde UNTAC und deren Nachfolgeorganisation UNAMIC. Die Ärzte und Pfleger des Bundeswehrlazaretts in Phnom Penh behandeln 44 000 Menschen.

Seit 1992 im früheren Jugoslawien: zunächst Beteiligung an einer Luftbrücke nach Sarajevo, Überwachung der UN-Blockade gegen Serbien und Montenegro in der Adria, von 1995 an Beteiligung an den Friedenstruppen IFOR und SFOR in Bosnien, 1999 Abordnung eines Kontingents für die Friedenstruppe KFOR im Kosovo.

1992/94 in Somalia: Entsendung von 1700 Mann in das von Bürgerkrieg und Hungersnot gezeichnete ostafrikanische Land. Federführend ist die Mission UNOSOM II.

1994 in Ruanda: Humanitäre Luftbrücke nach Goma und Kigali zur Versorgung ruandischer Flüchtlinge.

Seit 1994 in Georgien: Unterstützung der Mission UNOMIG mit Sanitätspersonal und Beobachtern. UNOMIG überwacht den Waffenstillstand mit der Unruheprovinz Abchasien.

1999/2000 in Ost-Timor und Australien: Transport und Behandlung von Kranken auf der von Indonesien abgefallenen Insel. Die deutschen Soldaten sind Teil der Friedenstruppe INTERFET, die unter australischer Führung steht, aber im Auftrag der UN handelt.

2001: Geplant ist ein NATO-Einsatz in Mazedonien unter Beteiligung der Bundeswehr. Die albanischen Rebellen dort sollen entwaffnet werden. Bislang ist für den Einsatz kein UN-Mandat in Sicht.

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