Hintergrund
Besser planen: BCG-Management

Noch ist eine Deflation nicht unabwendbar", sagt Daniel Stelter, Partner der Boston Consulting Group (BCG), "aber die Unternehmen müssen sich jetzt mit der Gefahr auseinander setzen." Krisenvorbereitung lautet daher eines der zentralen Schlagworte, wenn die Berater mit ihren Kunden sprechen.

"Als ersten Schritt muss das Management die Risiken messen und damit steuerbar machen", so Stelter. Das bedeutet: Den Cash-Flow auch unter Annahme extrem schlechter Bedingungen simulieren, um zu prüfen, ob das Überleben der Gesellschaft gesichert ist.

Insgesamt haben die BCG-Experten vier Prüfpunkte ausgemacht, nach denen die Manager in einer Rezession ihr Unternehmen abklopfen sollten:

  • Ist das Unternehmen organisatorisch auf eine Krise vorbereitet?
  • Wie krisenfest sind die Märkte, auf denen sich das Unternehmen bewegt?
  • Wie krisenfest sind die einzelnen Geschäftseinheiten?
  • Wie krisenfest ist die derzeitige Finanzierung?



Wenn die Analyse zeigt, dass sich das Unternehmen stärker als bisher für eine Krise wappnen sollte, hängt das weitere Vorgehen von zwei Faktoren ab: Wie anfällig ist die Firma für Krisen, wie unmittelbar steht die Gefahr bevor. In leichten Fällen und bei genügend Zeit kann es reichen, den Investitionsplan nach Dringlichkeit zu durchforsten und auf weniger wichtige Vorhaben zunächst zu verzichten. "In schwierigeren Fällen kann es den ganzen Konzern retten, gefährdete Sparten in rechtlich eigenständige Einheiten auszugliedern", sagt Stelter.

Wenn die Zeit drängt, sind schwer wiegende Schritte nötig. Stelter: "Dann gehört das komplette Produktprogramm ebenso auf den Prüfstand wie Partnerschaften; zur Not muss das Unternehmen Randaktivitäten abstoßen."

Falls das alles nicht geholfen hat, steht Krisenmanagement auf dem Programm. Dann gilt es, zunächst die tägliche Liquidität des Unternehmens zu sichern: Geschäftsbuchungen, Personaleinstellungen und Überstunden, Auszahlungen, Rabatte auf die eigenen Produkte - alles gehört kritisch beäugt. Auf der anderen Seite müssen alle Forderungen überprüft und realistisch eingeschätzt werden, ob sie noch einzutreiben sind. Berater Stelter empfiehlt dabei, in Krisenzeiten nicht vor lauter Tagwerk die Strategie zu vergessen: "Gerade jetzt gilt es, weniger zu planen, aber dafür besser."

KPR, Quelle: Wirtschaftswoche

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