Hintergrund
Bier, Mineralwasser und Limonade nur noch mit Pfand

Verbraucher müssen von 2003 an erstmals auch auf Getränke-Einwegverpackungen Pfand zahlen.

dpa BERLIN. Dann ist auf auf fast alle Einwegverpackungen ein Pfand von 25 oder 50 Cent zu entrichten. Das beschloss das Kabinett am Mittwoch in Berlin.

Pfand:: Erfasst werden die Einwegverpackungen mit Bier, Mineralwasser, Cola und Limonade. Hauptsächlich betroffen sind Dosen sowie Einwegflaschen aus Glas oder Kunststoff. Bei den Getränkekartons, den so genannten Tetra-Paks, fallen nur die mit stillem Mineralwasser unter die neue Pfandpflicht.

Nicht vom Pfand betroffen sind vorerst Einwegflaschen mit Wein, Sekt oder Spirituosen sowie Fruchtsäften. Tetra-Paks mit Saft oder Wein bleiben zunächst weiter pfandfrei. Auch Einwegverpackungen mit Milch werden nicht von der Pfandpflicht erfasst.

Höhe des Pfands:: Sie hängt von der Größe der Verpackungen ab: Bis 1,5 Liter werden 25 Cent Pfand fällig, über 1,5 Liter sind es 50 Cent. Mehrweg wird mit weniger Pfand belastet als Einweg: Auf eine Mehrweg-Bierflasche wird zum Beispiel - schon jetzt - acht Cent Pfand erhoben. Beim Dosenbier oder dem Bier aus der Einwegflasche wird das Pfand mehr als drei Mal so hoch sein. Auch das Pfand auf so genannten PET-Flaschen, also Mehrwegflaschen aus Kunststoff, wird niedriger als das für Kunststoff-Einwegflaschen sein. Grund: Die PET-Flaschen gelten anders als Dosen und Einwegflaschen als ökologisch vorteilhaft.

Rückgabe: Hersteller und Handel müssen die Dosen und Einwegflaschen zurücknehmen. Die Rückgabe soll per Automat oder von Hand geschehen. Die Regierung rechnet damit, dass etwa 80 000 Automaten benötigt werden. Die Automatenaufstellung wird nach Schätzungen rund eine Milliarde Euro kosten. Das neue Pfandsystem wird nach Prognose der Bundesregierung jährlich rund 130 Millionen Euro Mehrkosten verursachen. Das wären weniger als 1 Cent pro Verpackung. Die Dosen und Einwegflaschen werden gekennzeichnet, so dass keine Verpackungen aus dem Ausland oder aus der Zeit vor dem Dosenpfand in das Pfandsystem eingeschleust werden können.

Ziel: Die Regierung will mit dem Pfand verhindern, dass der Mehrweganteil bei Getränkeverpackungen wie in den vergangenen Jahren weiter sinkt.

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