Hintergrund
Bundeswehr-Soldaten in Auslandseinsätzen

Für den Kampf gegen den Terrorismus und die afghanischen Taliban haben die USA 3900 deutschen Soldaten angefordert. Derzeit ist die Bundeswehr mit etwa 7000 Mann in Krisengebieten engagiert. Zu Beginn der neunziger Jahre genügten noch wenige hundert. Ein Rückblick:

dpa HAMBURG. August 1990 bis März 1991 im Mittelmeer und in der Türkei: Deutschland entsendet während der Golfkrise auf Bitten der USA fünf Minensuchboote und zwei Versorgungsschiffe mit etwa 500 Soldaten. Zur Unterstützung einer mobilen NATO-Eingreiftruppe werden 18 Alpha-Jets mit mehr als 500 Mann Bord- und Bodenpersonal nach Erhac verlegt. AWACS-Flugzeuge mit deutschen Soldaten überwachen den Luftraum über der Ost-Türkei.

April bis Juli 1991 im Persischen Golf: Der aus sechs Schiffen mit 480 Mann bestehende Marineverband "Südflanke" sucht nach dem Ende des Krieges gegen den Irak nach Minen. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Einsatz gebilligt.

August 1991 bis September 1996 im Irak: Im Rahmen der UN-Mission UNSCOM helfen Transall-Transporter von Bahrein aus und C-H-53- Hubschrauber im Irak selbst, die Beseitigung von Massenvernichtungswaffen zu überwachen. Insgesamt werden etwa 700 Soldaten eingesetzt.

Juli 1992 bis Oktober 1996 in der Adria: Im UN-Auftrag beteiligen sich zwei Zerstörer und Fregatten an der Operation "Sharp Guard" zur Überwachung des Handels- und Waffenembargos gegen Jugoslawien. In der Luft besorgt das eine auf Sardinien stationierte 60-Mann-Truppe mit drei Aufklärungsflugzeugen.

August bis Dezember 1995 über Bosnien: 14 Tornado-Kampfflugzeuge mit spezieller Elektronik erkunden von Italien aus serbische Stellungen, von denen aus Nato-Jets beschossen werden.

Dezember 1995 bis Dezember 1996 in Kroatien: Zur Absicherung des Dayton-Abkommens nach dem Krieg in Bosnien-Herzegowina nehmen Soldaten aller Teilstreitkräfte am IFOR-Einsatz teil. Das deutsche Kontingent mit etwa 2600 Heeressoldaten wird im benachbarten Kroatien stationiert, 500 Mann der Luftwaffe in Norditalien.

Seit Dezember 1996 in Bosnien: Auch die Ifor-Nachfolgemission SFOR ist die Bundeswehr eingebunden. Mit etwa 1800 Mann stellen die Deutschen eines der größten Kontingente. Diesmal operiert die Bundeswehr direkt im bosnischen Krisengebiet.

März bis Juni 1999 im Luftkrieg gegen Jugoslawien: Nach gescheiterten Bemühungen zur Beilegung der Kosovo-Krise beginnt ein 79-tägiges Bombardement der Nato. Die Bundeswehr stellt Tornado-Jets und Aufklärungsdrohnen.

Seit Juni 1999 im Kosovo: Unter Nato-Kommando sorgt die Friedenstruppe KFOR für Stabilität in der Unruheprovinz. Das etwa 5000 Mann starke deutsche Kontingent ist für den Süden zuständig.

Seit August 2001 in Mazedonien: Etwa 500 Deutsche sind bis Ende September an der Nato-Operation "Essential Harvest" zur Entwaffnung der albanischen UCK-Rebellen beteiligt. Für die Nachfolgemission "Amber Fox" zum Schutz von EU- und OSZE-Beobachtern, stellt die Bundeswehr 600 Soldaten ab.

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