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Hintergrund: Christen in Pakistan machen weniger als zwei Prozent aus

Der Terroranschlag am Sonntag auf eine Kirche in Pakistan war nach Ansicht von Beobachtern vor allem gegen Ausländer gerichtet.

dpa NEU DELHI. Experten brachten den Überfall auf den Gottesdienst mit der Hilfe Pakistans beim Kampf gegen den Terrorismus in Verbindung. Die Täter wählten als Ziel ihres Angriffs bewusst die internationale protestantische Gemeinde.

Eine pakistanische christliche Gemeinde war zuletzt im Oktober vergangenen Jahres Opfer von Terroristen geworden. Mutmaßliche Moslemextremisten erschossen bei einem Überfall auf eine katholische Kirche in Bahawalpur im Zentrum des Landes 16 Menschen. Meist werden Angehörige der sunnitischen und der schiitischen Richtungen des Islam Opfer von Überfällen moslemischer Fanatiker, die in den vergangenen Jahren ebenfalls mehrfach Gotteshäuser attackierten.

Christen sind im islamischen Pakistan eine Minderheit von weniger als zwei Prozent. Im 19. Jahrhundert waren unter britischer Kolonialherrschaft vor allem Angehörige diskriminierter Kasten zum Christentum übergetreten. Bei der Teilung Indiens durch die Briten 1947 fanden sich mehrere hunderttausend Christen als Minderheit im islamischen Pakistan wieder.

Wachsende Angst vor moslemischen Extremisten

Christen geht es in Pakistan nach eigener Aussage nicht schlecht. Sie haben in kirchlichen Schulen gute Bildungschancen. Ihre Gemeinden übernahmen beim Abzug der Briten kirchliche Grundstücke. Auch die moslemische pakistanische Elite schickt ihre Kinder häufig in christliche Schulen.

Blasphemie-Gesetze, die den Islam in Pakistan schützen sollen, wurden allerdings mehrfach bei Konflikten um Eigentum missbraucht, auch gegen Christen. 1998 beging ein katholischer Bischof in Pakistan aus Protest gegen die Blasphemie-Gesetze Selbstmord.

Seit einigen Jahren klagen pakistanische Christen auch über wachsende Angst vor moslemischen Extremisten. Christen würden von Fanatikern mit dem Westen gleichgesetzt, hieß es bereits 1998 nach den ersten US-Angriffen auf Stützpunkte Osama bin Ladens in Afghanistan.

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