Hintergrund
Chronologie: Die Krise der Swissair

Reuters FRANKFURT. Der in akuter Finanznot steckende Schweizer Luftfahrtkonzern Swissair Group ist nach den Anschlägen in den USA auf staatliche Hilfe und die Unterstützung seiner Hausbanken angewiesen.

Es folgt eine Chronologie der wichtigsten Ereignisse:

15. März: Mario Conti, Finanzchef der Nestle-Gruppe, wird zum Swissair-Chef ernannt.

2. April: Swissair meldet einen Rekordnettoverlust im Jahr 2000 von 2,88 Mrd. sfr. Der Konzern kündigt einen Restrukturierungsplan an.

12. Juli: Swissair kündigt an, die Nettoverschuldung bis 2003 durch weitere Trennung von Beteiligungen um weitere drei Mrd. sfr abzubauen. Operativ wolle sich der Konzern künftig wieder auf das Fluggeschäft Swissair und Crossair sowie das Geschäft mit der Flugzeugverpflegung Gate Gourmet und das Duty Free-Geschäft Nuance konzentrieren.

17. Juli: Swissair einigt sich mit der belgischen Regierung auf einen Finanzierungsplang für die Verlustschreibende Sabena. Zudem tritt Swissair von seinen Plänen zurück, ihren Anteil an Sabena auf 85 % von 49,5 % zu erhöhen.

27. Juli: Swissair kann sich von seinen verbliebenen Beteiligungen in Frankreich trennen. Ein französisches Handelsgericht wählt das Übernahmeangebot der Holco Group für die Swissair-Beteiligung AOM/Air Liberte aus.

30. August: Swissair meldet für das erste Halbjahr einen Nettoverlust von 234 Mill. sfr nach Rückstellungen für die deutsche Charter-Tochter LTU, an der Swissair mit 49,9 % beteiligt ist. Zum Abbau der Schulden sollen neben bereits geplanten Veräußerungen auch die Mehrheit am Bodenabfertigungsgeschäft Swissport und der Nuance-Gruppe teilweise oder ganz verkauft werden. Bis Jahresende sollen weltweit 5 % oder 250 Management-Positionen eingespart werden. Die Kapazität wird um 7 bis 8 % reduziert, wodurch weitere 1 000 Stellen abgebaut werden sollen.

10. September: Swissair dementiert Medienberichte, wonach der Luftfahrtkonzern mit den eigenen Banken über einen Schuldenverzicht verhandeln soll.

20. September: Swissair teilt mit, dass das Unternehmen infolge der Anschläge in den USA mit einem Rückgang des Passagier-Aufkommens im Nordatlantik-Verkehr um zehn bis 15 % rechnet. In der Woche seit den Anschläge sei ein Umsatz von 65 Mill. sfr verloren gegangen.

23. September: Die Schweizer Regierung kündigt an, dass eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Schweizer Wirtschaft und des Staates eingesetzt wird, um das Unternehmen zu sanieren.

24. September: Swissair legt einen Sanierungsplan vor, der die Zusammenlegung von Crossair und Swissair sowie eine Reduzierung der Langstreckenflotte um 25 % und Stellenstreichungen vorsieht. Wie gross der Arbeitsplatzabbau ist, ist noch unklar. Beim Flugverpflegungsgeschäft Gate Gourmet sollen rund 3 000 Stellen gestrichen werden. Nach den Worten von Konzernchef Mario Corti braucht die Gruppe zudem mindestens zwei bis drei Milliarden sfr neues Kapital.

30. September: Swissair spricht mit der Schweizer Regierung, die mit drei Prozent an der Swissair beteiligt ist. Ein Sprecher der Luftfahrtgesellschaft sagt, die Folgekosten aus den Anschlägen in den USA beliefen sich auf mehrere Mrd. sfr in den kommenden zwei Jahren. "Ohne Staatshilfe können wir das nicht bewältigen", räumt der Sprecher ein. Die Schulden des Konzern belaufen sich gegenwärtig auf rund 17 Mrd. sfr (13 Mrd. DM). Die Schweizer Großbank Credit Suisse arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung für Swissair.

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