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HINTERGRUND: Coca-Cola sortiert Deutschland-Geschäft neuDPA-Datum: 2004-06-30 16:10:39

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Getränkegigant Coca-Cola < KO.NYS > < CCC3.FSE > stellt in Deutschland alle in den Schatten. Gemessen am Getränkeabsatz von 3,8 Milliarden Litern pro Jahr sind die Amerikaner in Germany mehr als doppelt so groß wie Bierkönig Dr. Oetker (Radeberger, Jever) und mehr als drei mal so groß wie die führenden Mineralwasser-Brunnen. Die deutsche Coca-Cola-Organisation bietet mehr als 40 Produkte an, darunter die Marken Fanta, Sprite, Bonaqa, Lift. Etwa jedes siebte alkoholfreie Getränk in Deutschland kommt aus dem Haus Coca-Cola.

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Getränkegigant Coca-Cola < KO.NYS > < CCC3.FSE > stellt in Deutschland alle in den Schatten. Gemessen am Getränkeabsatz von 3,8 Milliarden Litern pro Jahr sind die Amerikaner in Germany mehr als doppelt so groß wie Bierkönig Dr. Oetker (Radeberger, Jever) und mehr als drei mal so groß wie die führenden Mineralwasser-Brunnen. Die deutsche Coca-Cola-Organisation bietet mehr als 40 Produkte an, darunter die Marken Fanta, Sprite, Bonaqa, Lift. Etwa jedes siebte alkoholfreie Getränk in Deutschland kommt aus dem Haus Coca-Cola.

In diesem Jahr feiert Coca-Cola hier zu Lande ein Jubiläum. Vor 75 Jahren wurde in einer kleinen Fabrik in Essen die erste Coca-Cola - Flasche in Deutschland abgefüllt. Doch in Feierstimmung ist die hiesige Coke-Familie nicht. Im Gegenteil: Nach Informationen des "Handelsblatts" soll das Tischtuch zwischen dem US-Getränkegiganten und seinen deutschen Partnern fast zerschnitten sein. Die Verträge mit den acht unabhängigen deutschen Abfüllern werden nicht verlängert, teilte die Coca-Cola-Zentrale Berlin mit.

Die Coca-Cola Company hat als Markeninhaberin Lizenzverträge mit weltweit 1.000 Partnerunternehmen. Diese Konzessionäre sind für Produktion und den Vertrieb der Produkte zuständig. In dem Netz arbeiten mehr als 600.000 Mitarbeiter. Der Gesamtgetränkeabsatz aus dem Haus Coca-Cola beläuft sich auf 90 Milliarden Liter im Jahr. In 1-Liter-Flaschen abgefüllt würde diese Menge - Flasche an Flasche - fast 10 Mal um den Äquator reichen. Das Coke-Rezept wird streng gehütet. Abfüller bekommen mit Tanklastern Getränke-Konzentrate.

In Deutschland hat Coca-Cola Lizenzen an neun Konzessionäre mit insgesamt 25 Abfüllfabriken vergeben, die auch die Lieferung an die Supermärkte, Kioske und Restaurants übernehmen. An Coca-Cola hängen bundesweit 12.000 Arbeitsplätze. Zwei Drittel des Getränkeabsatzes entfallen auf die Berliner Coca Erfrischungsgetränke AG, -Cola an der der Konzern beteiligt ist. Das andere Drittel der Getränke stellen acht mittelständische Unternehmen her. Diese Marktaufteilung ist nach Meinung von Branchenexperten überholt.

Die Gesellschafterstruktur in Deutschland, dem fünftgrößten Markt von Coca-Cola weltweit, ist vielschichtig und verschachtelt. Neben Mittelständlern mischen auch Braukonzerne wie die deutsche Interbrew und die bayerische Schörghuber-Gruppe mit. Die Konzessionen gelten als eine Art Lizenz zum Gelddrucken. Nur die Coca Erfrischungsgetränke AG-Cola macht angeblich seit Jahren wegen Umbaukosten Verluste. Coca-Cola schreibe in Deutschland keine roten Zahlen, betont ein Sprecher.

Der Getränkeriese will nach langwierigen Debatten bis zum Jahresende eine schlagkräftige neue Struktur schmieden. Durch einem kleineren Partnerkreis sollten Entscheidungen beschleunigt und Kosten gesenkt werden. "Auf diesem Markt müssen immer neue Produkte in immer kürzerer Zeit entwickelt werden", meint der Sprecher. Dazu brauche man ein vereinfachtes Abfüllernetz. Beide Seiten betonen, in neuen Gesprächen werde in den nächsten Monaten eine Lösung gesucht. Von einem zerschnittenen Tischtuch könne deshalb nicht die Rede sein.

Der Vormarsch der Discounter, Einwegpfand und Transportkosten sind Themen, die auch den Giganten nicht kalt lassen. Durch das Auslisten von Dose und Einwegglasflaschen sank der Cola-Gesamtmarkt im Lebensmittelhandel 2003 um 10 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Liter. Der Cola-Gesamtumsatz nahm sogar um fast 12 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro ab. Zwar reagierte Coke mit Plastikflaschen schnell. Der Rückgang bei Dose- und Glas konnte jedoch bei Cola nicht komplett ausgeglichen werden. Dafür brummte das Geschäft mit Eistee. Unter dem Strich dürfte der Coke-Deutschland-Absatz 2003 stagniert sein.

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