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HINTERGRUND: Deutsche Bank rüstet sich für europäische Bankenfusionen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank will sich mit einerStärkung des Privatkundengeschäfts für die bevorstehende europäischeBranchenkonsolidierung rüsten. Der Branchenprimus betont zwar, vorerst"aus eigener Kraft" wachsen zu wollen. Doch dies dient in erster Liniedem Erreichen einer guten Verhandlungsposition, wenn in Europagrenzenübergreifend Banken fusionieren sollten, betonen Analysten.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Deutsche Bank will sich mit einerStärkung des Privatkundengeschäfts für die bevorstehende europäischeBranchenkonsolidierung rüsten. Der Branchenprimus betont zwar, vorerst"aus eigener Kraft" wachsen zu wollen. Doch dies dient in erster Liniedem Erreichen einer guten Verhandlungsposition, wenn in Europagrenzenübergreifend Banken fusionieren sollten, betonen Analysten.

Das Europas Banken vor einer großen Konsolidierung stehen, ist nachAnsicht von Experten unvermeidlich und wird auch von den Institutenselbst prophezeit. Grund dafür ist auch die Übermacht der US-Konkurrenz,die sich bereits zu wesentlich größeren Finanzriesen zusammengeschlossen hat."Wir könnten den gesamten deutschen Finanzplatz aufkaufen und wären bei derMarktkapitalisierung immer noch hinter der Citigroup", beschriebDeutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Mittwoch auf der Hauptversammlung dieLage.

Vor allem bei Marktkapitalisierung und Profitabilität muss die DeutscheBank Experten zufolge schnell und massiv zulegen, um im bevorstehendenFusionsreigen machtvoll mitmischen zu können. So betrug dieEigenkapitalrendite nach Steuern 2003 bei der Deutschen Bank nur 4,7Prozent, bei der schweizerischen UBS waren es beispielsweise 18,2Prozent. International üblich sind sogar 15 bis 30 Prozent. Und mit einerMarktkapitalisierung von rund 37 Milliarden Euro gehört die Deutsche Bankderzeit nicht einmal zu den weltweit 10 größten Instituten.

"Allerdings hat die Deutsche Bank in letzter Zeit ganz schön aufgeholt",sagt Analyst Olaf Kayser von der Landesbank Rheinland-Pfalz. Nachdem dies vorallem mit Erfolgen im Investmentbanking erreicht worden sei, müsse die Bank nunim Filialgeschäft zulegen. Passend dazu auch die Feststellung der Bank, dass nunnicht mehr nur wohlhabende Kunden interessant sind. "Jeder Kunde, der an unseremAngebot interessiert ist, ist uns willkommen", betonte Konzernchef Ackermann.

"Neben der Gewinnung neuer Kunden werde die Deutsche Bank deshalb imPrivatkundengeschäft am ehesten über Zukäufe nachdenken, sagt Analyst Kayser.Daher auch die jüngsten Spekulationen über eine Übernahme der heimischenPostbank. Trotz aller Dementis könne dies immer noch eine Option sein. "Die Kaufder Postbank wäre eine historische Chance, im verkrusteten deutschen BankenmarktMarktanteile zu gewinnen", so Kayser. Allerdings ist seiner Einschätzung nachein Kauf einer ausländischen Retailbank noch sinnvoller. "Wenn man Global Playersein will, kann man sich gleich im Ausland besser positionieren".

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