Hintergrund
Die grausame Chronik des Amoklaufes

Noch ist der genaue Ablauf des Amoklaufes mit 17 Toten im Erfurter Gutenberg-Gymnasium nicht in allen Einzelheiten geklärt. Nach derzeitigen Erkenntnissen verlief die grausame Tat wie folgt:

dpa ERFURT. Am Freitagmorgen verabschiedet sich der 19-jährige Robert Steinhäuser von seinen Eltern mit der Lüge, er gehe jetzt zur Schule. Sie wünschen ihm viel Erfolg für die Abiturprüfung.

10.45/10.50 Uhr: Er betritt das Gymnasium, geht zuerst in eine Toilette und zieht sich seine schwarze Vermummung an. Danach beginnt er mit der Pumpgun und der Pistole in der Hand seinen Amoklauf. Zielgerichtet sucht er nach Lehrern, macht sogar Türen zu Zimmern wieder zu, in denen kein Lehrer ist. Die zwei Schüler sterben, als er auf eine geschlossene Tür schießt. Er geht durch alle Stockwerke, außer ins Obergeschoss, wo sich 180 Schüler und Lehrer in der Aula verbarrikadieren.

11.05 Uhr: Der Hausmeister der Schule alarmiert die Polizei, dass in dem Gymnasium geschossen wird.

11.12 Uhr: Der erste Streifenwagen mit zwei Polizisten trifft am linken Seiteneingang des Gebäudes ein. Beim Anziehen der schusssicheren Weste wird ein 42-jähriger Beamter durch einen Schuss aus der Schule getötet.

11.13 Uhr: Drei weitere Streifenwagen treffen ein. Die Besatzungen ziehen sich aber zurück, nachdem ihr Kollege erschossen wurde. Danach fallen nach Polizeiangaben keine Schüsse mehr. Kurz darauf trifft der Lehrer Rainer Heise auf Steinhäuser. Er schließt ihn nach einem kurzen Wortwechsel in einem Zimmer ein.

Bis 11.30 Uhr: Robert Steinhäuser erschießt sich. Die Obduktion ergibt nach Polizeiangaben einen Todeszeitpunkt zwischen 10.58 Uhr und 11.30 Uhr.

11.43 Uhr: Das Spezialeinsatzkommando (SEK) des Thüringer Landeskriminalamtes trifft ein, das um 11.10 Uhr alarmiert worden war.

12.00 Uhr: Die schwer bewaffneten Polizisten dringen in das Gebäude ein und suchen es Zimmer für Zimmer ab. Zu diesem Zeitpunkt gibt es Aussagen, dass auch ein zweiter Täter mit einem Gewehr unterwegs ist.

Gegen 13.00 Uhr: Das SEK informiert die Einsatzleitung, dass es einen toten Schüler gefunden hat: Robert Steinhäuser.

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