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Hintergrund: Die Neuordnung nach Kriegen

Der geplante Wiederaufbau des Irak erinnert an die frühere Umgestaltung besiegter Länder.

HB/dpa HAMBURG. Eine Übersicht von erfolgten Neuordnungen:

Afghanistan: Nach ihrem schnellen Sieg über das fundamentalistische Taliban-Regime überließen die USA die Neuordnung des Landes der Regie der Vereinten Nationen. Der Grundstein wurde 2001 auf dem Petersberg bei Bonn gelegt. Danach erhielt das Land eine eigene Regierung, die von einer internationalen Schutztruppe mit UN - Mandat abgesichert wird und deren Macht in den Außenbezirken der Hauptstadt Kabul endet. Der Aufbau der in mehr als 20 Jahren Krieg zerstörten Wirtschaft stockt, auch weil die zugesagten Milliarden nur spärlich fließen.

Kosovo: Für den Wiederaufbau des Kosovo, aus dem die Serben 1999 ohne UN-Mandat mit Nato-Luftangriffen vertrieben wurden, ist die UN - Interimsverwaltung Unmik zuständig. Den Aufbau demokratischer Strukturen soll die von der Nato geführte Kfor-Truppe absichern. Trotz vielfältiger Auslandshilfen blieb die Wirtschaft desolat. Mehr als 400 000 Menschen haben keine geregelte Arbeit.

Bosnien-Herzogowina:

Hier überwacht ein 1995 gemäß dem Friedensvertrag von Dayton mit großen Vollmachten ausgestatteter Hoher Repräsentant die Nachkriegsordnung. Mit Milliardenhilfen der internationalen Gemeinschaft wurde die im Bürgerkrieg Krieg 1992/95 und von Nato-Bombardements zerstörte Infrastruktur wieder weitgehend aufgebaut. Wirtschaftlich blieb der von 3,9 Millionen Muslimen und Christen gebildete Staat jedoch ein Armenhaus.

Deutschland: Noch bevor die Waffen schwiegen, stellten die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Februar 1945 in Jalta die Weichen für eine Nachkriegsordnung: Aufteilung in vier Besatzungszonen, Zulassung von Parteien. Die Amerikaner setzten die Errichtung eines Weststaates durch, der Osten orientierte sich an der Sowjetunion. Fundamente der wirtschaftlichen Überlegenheit des Westens bis zur Wiedervereinigung 1990 waren Marshallplan, Marktwirtschaft und Währungsreform.

Japan: US-General Douglas MacArthur verordnete dem besiegten Land 1947 eine Verfassung mit parlamentarischen Institutionen, der Kaiser war nur noch Symbol der staatlichen Einheit. Die großen Industrie- und Bankkonzerne wurden zerschlagen, die Wirtschaft dezentralisiert. Als Japan 1952 seine Souveränität wieder erlangte, waren die Voraussetzungen für einen rasanten Wirtschaftsaufschwung geschaffen.

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