Hintergrund
Die Positionen im Weltsicherheitsrat zum Irak-Konflikt

Im Weltsicherheitsrat zeichnet sich bislang keine geschlossene Haltung über das weitere Vorgehen im Irak-Konflikt ab. Hier die Positionen der fünf Vetomächte USA, Großbritannien, China, Russland und Frankreich sowie die von Deutschland und Spanien, der anderen beiden europäischen Länder im Sicherheitsrat.

HB/dpa NEW YORK. USA UND GROSSBRITANNIEN: US-Präsident George W. Bush will, dass der Weltsicherheitsrat den Irak unverzüglich zur Abrüstung zwingt. Kommt keine Einigung auf eine zweite UN-Resolution zu Stande, wollen die USA auch ohne Ermächtigung durch den Sicherheitsrat gegen den Irak vorgehen. Die britische Position deckt sich mit der amerikanischen: Eine zweite Resolution ist demnach "wünschenswert", aber nicht nötig, um ein militärisches Vorgehen gegen den Irak zu rechtfertigen.

CHINA: Peking setzt in der Irak-Krise nach den Worten von Außenminister Tang Jiaxuan auf eine politische Lösung, "solange es noch einen Funken Hoffnung gibt". Die Waffeninspektionen sollten fortgesetzt werden. China will, dass der Sicherheitsrat auf der Grundlage des Ausgangs der Inspektionen über den nächsten Schritt entscheidet. Die Resolution 1441 müsse vollständig erfüllt werden.

RUSSLAND: Die Führung in Moskau lehnt derzeit eine Resolution ab, die den Einsatz militärischer Gewalt im Irak billigen würde. Im Moment gebe es "keine Grundlage für eine neue Resolution", so Außenminister Igor Iwanow. Russland will vor allem den Waffeninspekteuren den Rücken stärken. Dazu hatte Präsident Wladimir Putin Anfang der Woche vorgeschlagen, eine neue Resolution über noch schärfere Waffenkontrollen zu verabschieden.

FRANKREICH: Paris lehnt einen Irak-Krieg zu diesem Zeitpunkt ab. Eine gewaltsame Abrüstung müsse das "letzte Mittel" sein. Die Vetomacht setzt sich dafür ein, den UN-Waffeninspekteuren im Irak mehr Zeit zu geben, ihre Zahl zu verdreifachen und sie stärker zu unterstützen.

DEUTSCHLAND: Bundeskanzler Gerhard Schröder hat eine Zustimmung zu einem Krieg kategorisch ausgeschlossen - auch bei einer möglichen Abstimmung im Sicherheitsrat wird es demnach kein deutsches Ja zu einem Militärschlag geben. Außenminister Joschka Fischer warnte vor kurzem im Sicherheitsrat erneut vor den Gefahren eines Irak-Krieges und warb für eine friedliche Lösung des Konflikts. Die Regierung in Berlin spricht sich derzeit gegen eine zweite UN-Resolution zum Irak aus. Deutschland hat im Februar die Präsidentschaft im Sicherheitsrat inne.

SPANIEN: Der spanische Ministerpräsident José María Aznar befürwortet eine zweite UN-Resolution. Diese müsse aber eine definitive Frist zur Entwaffnung des Iraks beinhalten. Dabei dürfe es sich nicht um Monate, sondern nur um Wochen handeln. Aznar hielt anfangs die Resolution 1441 für einen Angriff für ausreichend, dann nannte er eine zweite Resolution "wünschenswert und möglich". Jetzt sagt er, seine Regierung "bemühe sich um eine zweite Resolution".

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