Hintergrund
Die Spitzenkandidaten der Landtagswahl im Porträt

Wir stellen die Spitzenkandidaten der Landtagswahl in Thüringen am 13. Juni in Kurzform vor.

HB ERFURT.

Dieter Althaus: Von Vogels "Ziehsohn" zum Talkshowgast

Der CDU-Ministerpräsident Dieter Althaus hat sein Amt vor einem Jahr von Bernhard Vogel übernommen. Der hatte nach elf Jahren überraschend seinen Rückzug bekannt gegeben, um seinem "Ziehsohn" vor der Wahl genug Zeit zur Profilierung zu geben. Bis dahin hielten viele Althaus für konturlos, doch seitdem ist er wie ausgewechselt. Inzwischen zählt der 45-Jährige schon zu den Stammgästen in Fernseh- Talkrunden. Mit seinen Äußerungen verwirrt er aber mitunter die eigene Partei, etwa wenn er eine Verletzung des EU-Stabilitätspakts zu Gunsten von Investitionen für tragbar hält.

In der DDR war der Katholik Mathematik- und Physiklehrer sowie stellvertretender Schulleiter. 1985 trat er der DDR-CDU bei. Vogel machte ihn 1992 zum Kultusminister, nach der Landtagswahl 1999 wurde er Fraktionschef, ein Jahr später CDU-Landesvorsitzender. Auf Vogels Angebot, Althaus nach dem Rücktritt politisch zu beraten, antwortete der: "Ich gehe meinen eigenen Weg." Althaus ist verheiratet und Vater zweier Mädchen.

Christoph Matschie - Hoffnungsträger der Ost-SPD

SPD-Spitzenkandidat Christoph Matschie gilt als Hoffnungsträger der Ost-Sozialdemokraten. Der jugendlich wirkende 42-jährige Rotschopf sitzt seit 1990 im Bundestag und ist seit der Bundestagswahl 2002 in Berlin Parlamentarischer Staatssekretär im Forschungsministerium. Als solcher sorgte er für Verwirrung, als er ein Strategiepapier jüngerer SPD-Politiker mit der Forderung nach Studiengebühren unterschrieb und sich später wieder davon distanzierte.

Nach der Wahl will er Matschie nach eigenen Worten in Thüringen bleiben. Mit Diplomatie versucht der SPD-Landesvorsitzende, seine seit dem Wahldebakel 1999 zerrissene Partei wieder zusammenzuführen. Damals wurde die SPD nur drittstärkste Kraft. Flügelkämpfe machen ihm mitunter noch das Leben schwer. Matschie hat Mechaniker gelernt und später Theologie studiert. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Bodo Ramelow - Quereinsteiger fordert Althaus heraus

PDS-Ministerpräsidenten-Kandidat Bodo Ramelow ist keiner, der sich im Hintergrund wohl fühlt, und hat es als Quereinsteiger in der Thüringer Politik schnell nach oben geschafft. Bei der Landtagswahl 1999 kandidierte der damalige Landeschef der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV) noch als Parteiloser für die PDS - zwei Jahre später übernahm der heute 48-Jährige bereits den Vorsitz der größten Oppositionsfraktion.

Ramelow war kurz nach der Wende von Hessen nach Thüringen gekommen. Er stritt für die gegen die Schließung ihrer Grube kämpfenden Kali-Kumpel von Bischofferode, obwohl seine HBV gar nicht zuständig war, und machte mit Attacken auf die CDU Schlagzeilen. In seiner Partei hat er viele Anhänger, aber nicht nur Freunde. Von DDR- Nostalgie hält er nicht viel, und er sagt schon mal. "Wenn mir von irgendwelchen Gruppen das Etikett linksliberal angeklebt wird, freut mich das." Ramelow ist verheiratet und hat drei Kinder.

Astrid Rothe - "Mutter und Spitzenkandidatin"

Die Grünen-Spitzenkandidatin Astrid Rothe kommt aus der kirchlichen Umweltbewegung in der DDR. Sie wird dem linken Flügel ihrer Partei zugerechnet. Seit 2000 ist sie Landessprecherin der Grünen. Die 30-Jährige gehört auch dem Parteirat an. Auf Plakaten stellt sie sich als "Mutter und Spitzenkandidatin" vor.

Uwe Barth - Physiker und FDP-Spitzenkandidat

FDP-Spitzenkandidat Uwe Barth ist der Landesvorsitzende der Freidemokraten. Der 39-Jährige hat Physik studiert und arbeitet als Beamter im Thüringer Umweltministerium. Barth, der auch dem FDP - Bundesvorstand angehört, trat erst im November an die Spitze des FDP - Landesverbandes.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%