Hintergrund
Die Taliban

Der Begriff "Taliban" steht in der Heimatsprache für das Wort Schüler oder Student. Die Milizen setzten sich in dem Bürgerkrieg durch, der durch das Machtvakuum entstanden war, als die sowjetischen Truppen 1989 das Land verlassen hatten.

vwd ESCHBORN. Die Taliban haben dem Land Afghanistan ein fundamentalistisches Religionsregime aufgezwungen, ihre Herrschaft ist jedoch nicht nicht endgültig gefestigt, denn sie beherrschen mit etwa zwei Drittel nicht das gesamte Territorium des von Krieg und Bürgerkrieg verwüsteten Landes. Die Konflikte tragen zu weiten Teilen Züge von Stellvertreter-Kriegen.

Dem Ende des zehnjährigen Kampfes gegen die sowjetischen Invasoren ist ein seitdem andauernden Kampf verschiedener Milizen untereinander gefolgt. 1996 gelang es den Taliban, die Hauptstadt Kabul einzunehmen. Die Regierung von Präsident Burhanuddin Rabani flüchtete. Das Nachbarland Pakistan zählt zu den Unterstützern der Taliban. Während der sowjetischen Invasion hatten sie auch die Unterstützung des US-Geheimdienstes.

Die Taliban haben fast alle Schulen und die Universität Kabuls geschlossen, Film und Fernsehen, Musik und Bilder verboten. Aber auch Fußballspielen, das Halten von Tauben, Drachenfliegen, jedwedes Spielzeug sind verboten. Frauen dürfen weder zur Schule noch zur Arbeit und nur völlig verhüllt zusammen mit dem Ehemann oder einem männlichen Blutsverwandten das Haus verlassen. Die Kämpfer gelten als die reaktionärsten aller islamischen Fundamentalisten.

Die Milizionäre rekrutierten sich vor allem aus Koranschulen in den Flüchtlingslagern der Afghanen in Pakistan. Dabei ist auch ein eindeutig wirtschaftliches Kalkül im Spiel: Pakistan setzte auf die Taliban, um Handelswege zu den asiatischen Nachfolgerepubliken der Sowjetunion zu kontrollieren. Zusätzlich bauten Kräfte in der islamischen Welt darauf, mit den radikal-sunnitischen Taliban eine Gegenmacht zum Nachbarland Iran zu installieren. Das dortige Regime gehört der schiitischen Glaubensrichtung an.

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