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Hintergrund: Die wichtigsten Akteure im Kirch-Krimi

dpa MÜNCHEN. In dem Krimi um die hoch verschuldete KirchGruppe spielen fünf Akteure die Hauptrollen:

Leo Kirch : Der Firmengründer hat innerhalb von fast fünf Jahrzehnten mit Hilfe der Banken ein weit verzweigtes Imperium rund um Film, Fernsehen, Fußball und Formel 1 aufgebaut. Zur Gruppe mit Sitz in Ismaning bei München gehören inzwischen rund 65 Unternehmen und Beteiligungen mit insgesamt 9 500 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als vier Milliarden Euro. Bei der rasanten Expansion war dem 75-Jährigen immer mal wieder das Geld ausgegangen. In einer so schweren Krise wie zur Zeit steckte Kirch aber noch nie: Angesichts eines Schuldenbergs von 6,5 Milliarden Euro muss er sein Kerngeschäft wahrscheinlich an Banken oder Investoren abgeben, um die Pleite abzuwenden.

Rupert Murdoch : Der einstige Geschäftspartner von Kirch ist inzwischen zu einem seiner gefährlichsten Gegner geworden. Der anglo- australische Unternehmer versucht seit Jahren, massiv in den deutschen Medienmarkt einzusteigen. Seit Monaten wird darüber spekuliert, dass er die gesamte KirchGruppe übernehmen könnte. Er kann die KirchGruppe unter Druck setzen, da er im Herbst mehr als 1,6 Milliarden Euro für seine Investitionen in den verlustreichen Bezahlsender Premiere von Kirch zurückfordern kann. Nach Informationen aus Branchenkreisen versucht Murdoch zur Zeit zusammen mit anderen Gesellschaftern der KirchMedia, die Kontrolle über das Kerngeschäft der Gruppe zu übernehmen. Allerdings wollen auch die Banken die Mehrheit an der KirchMedia haben.

Mathias Döpfner : Der Chef des Axel Springer-Verlages ging gleich wenige Wochen nach seinem Amtsantritt auf harten Konfrontationskurs mit Kirch. Ende Januar kündigte der Springer-Verlag an, seine Verkaufsoption an dem Fernsehkonzern ProSiebenSAT.1 auszuüben und dafür rund 770 Millionen Euro zurückzufordern. Durch diese Forderung wurde die akute Finanzkrise der KirchGruppe ausgelöst. Zugleich brach damit auch der alte Streit zwischen Springer und Kirch wieder auf.

Rolf Breuer : Der Chef der Deutschen Bank hatte die Kreditwürdigkeit Kirchs Anfang Februar öffentlich in Frage gestellt und Kirch damit noch mehr in die Enge getrieben. Die Deutsche Bank war nach Informationen aus Branchenkreisen offenbar an einer Zerschlagung der KirchGruppe interessiert, um sich lukrative Teile wie die Formel 1 von der Gruppe zu sichern. Die KirchGruppe wollte Breuer wegen seiner Äußerungen auf Schadenersatz verklagen.

Albrecht Schmidt : Der Chef der HypoVereinsbank war seinem alten Kunden Leo Kirch nach den Äußerungen Breuers im Februar in einer spektakulären Rettungsaktion zur Hilfe geeilt. Er bot Kirch rund 1,1 Milliarden Euro für seine Beteiligung am Axel Springer-Verlag an. Damit hatte er Kirch zumindest kurzfristig wieder Luft verschafft. Das Hilfsangebot von Kirch war die Grundlage für die Gespräche der Gläubigerbanken über eine Rettung der KirchGruppe.

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