Hintergrund
Die wichtigsten "Pisa"-Ergebnisse in Kürze

Das deutsche Bildungssystem bekommt regelmäßig ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Das ist auch in der aktuellen Pisa-Studie nicht anders.

dpa BERLIN. Die wichtigsten "Pisa"-Ergebnisse der OECD-Studie:

WO STEHT DEUTSCHLAND: Beim Lesen und Verstehen von Texten kommen deutsche Schüler unter 32 Staaten auf Rang 21 bis 25. In der Mathematik-Grundbildung erreichen sie Platz 20 bis 22; bei den Naturwissenschaften landen sie auf Rang 19 bis 23. Besonders schwach sind sie bei anspruchsvollen Aufgaben mit Reflektieren und Bewerten.

DIE GUTEN: Im OECD-Durchschnitt erreichten zehn Prozent der Schüler beim Lesen die höchste Kompetenzstufe V. In Australien, Kanada, Finnland, Neuseeland und Großbritannien waren dies sogar 15 %. Diese Schüler können extrem schwierige Texte verstehen und daraus Schlüsse ziehen. Die deutschen Schüler landeten mit neun Prozent unter dem Durchschnitt der OECD-Länder.

DIE SCHLECHTEN: Knapp jeder vierte deutsche Schüler (22,6 %) kommt über Leistungsstufe I nicht hinaus. Diese Schüler haben Probleme bei Lehrlings-Einstellungstests der Kammern. 9,9 % schaffen nicht einmal in die erste Stufe (OECD-Schnitt: nur sechs Prozent). Deutschland landet dabei auf dem viertletzten Platz. Schlechter sind nur noch Luxemburg, Mexiko und Brasilien.

SOZIALE SELEKTION: In keinem anderen Industrieland ist die soziale Herkunft so entscheidend über den Schulerfolg wie in Deutschland. Anders als Kanada, Finnland, Japan, Korea und Schweden schafft es Deutschland nicht, herkunftsbedingte Lernnachteile auszugleichen. Kinder aus der Oberschicht haben eine vier Mal größere Abiturchance. Selbst Unterschichtkinder mit besten Leistungen bleiben in der Hauptschule und steigen nicht auf.

AUSLÄNDERKINDER: Deutschland fördert die Ausländerkinder schlechter als andere Industrienationen mit ähnlichem Ausländeranteil. Gut sind dabei Norwegen, Schweden, Österreich und die Schweiz. Bereits im Kindergarten gibt es mehr Förderung, hinzu kommen Ganztagsschulen und zusätzlicher Sprachunterricht.

STREUUNG: Deutschland hat die größte Spannweite zwischen guten und schlechten Schülern. Hinzu kommt ein extrem großes Qualitätsgefälle zwischen einzelnen Schulen.

BILDUNGSFINANZIERUNG: Deutschland investiert pro Schüler für die ersten zehn Schuljahre mit rund 42 000 $ (kaufkraftbereinigt) etwas weniger als der OECD-Schnitt (44 000). Krasser sind die Finanzunterschiede bei Grundschulen und Kindergärten. Staaten wie Korea, Irland oder Großbritannien erreichen mit vergleichbaren oder niedrigeren Bildungsausgaben deutlich bessere Ergebnisse.

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