Hintergrund
Gazastreifen seit 50 Jahren bitter umkämpft

Der Gazastreifen ist derzeit ein Hauptschauplatz der gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Israeli und Palästinensern.

afp GAZA. Mit 2 350 Einwohnern pro Quadratkilometer ist der Landstrich an der Mittelmeerküste eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt. 1,13 Millionen Palästinenser und 6 500 israelische Siedler teilen sich den 45 Kilometer langen und maximal zehn Kilometer breiten Streifen zwischen Ägypten, Israel und dem Mittelmeer.

Die palästinensische Autonomiebehörde übt ihre Souveränität über zwei Drittel des Gazastreifens aus, das restliche Drittel entfällt auf die jüdischen Siedlungsgebiete, die über den ganzen Gazastreifen verteilt sind. Seit Beginn der so genannten El-Aksa-Intifada im vergangenen Herbst hat die israelische Armee wiederholt Einrichtungen der palästinensischen Sicherheitskräfte im Gaza-Streifen angegriffen, weil sie die palästinensische Führung für die Gewalt gegen Israel verantwortlich macht.

Im Gazastreifen nahm die erste Intifada am 9. Dezember 1987 ihren Anfang. Der erste Palästinenseraufstand griff später auch auf das besetzte Westjordanland über. Seit seiner Rückkehr in die Palästinensergebiete 1994 residiert Palästinenserpräsident Jassir Arafat im Hauptort Gaza. Aus dem Gazastreifen pendeln täglich zwischen 30 000 und 40 000 Beschäftigte über den Grenzübergang Eres nach Israel. Die Hälfte der erwerbsfähigen Bevölkerung ist arbeitslos.

Der Gazastreifen gehörte ab 1918 zum britischen Mandatsgebiet Palästina. Während des ersten israelisch-arabischen Kriegs (1948-49) floh die arabische Bevölkerung aus Südpalästina in die von Ägypten kontrollierte Gegend um Gaza. Durch das Waffenstillstandsabkommen von 1949 kam das Gebiet unter ägyptische Verwaltung.

Beim Suez-Konflikt 1956 und nach der Räumung 1957 wurde das Gebiet von israelischen Truppen besetzt. In den palästinensischen Flüchtlingslagern im Gazastreifen formierte sich in dieser Zeit die palästinensische Fatah-Bewegung. Im Sechstage-Krieg 1967 eroberte Israel den Gazastreifen erneut und stellte ihn unter israelische Militärverwaltung.

Im Jahr 1994 wurde der schmale Küstenstrich erstes palästinensisches Autonomiegebiet. Im Abkommen von Wye 1998 gestand Israel die Eröffnung eines internationalen Flughafens in Gaza zu, der seit dem Beginn der zweiten Intifada schon mehrfach geschlossen wurde. Im Abkommen von Scharm el Scheich von 1999 erhielten die Palästinenser das Recht auf einen eigenen Hafen, mit dessen Bau im März 2000 begonnen wurde.

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