Hintergrund: Irak ethnisch und religiös geteilt

Hintergrund
Irak ethnisch und religiös geteilt

Die Mehrheit der etwa 24 Millionen Iraker gehört ethnisch als auch religiös je zwei großen Gruppen an. Gut 19 Millionen Menschen sind Araber, knapp 5 Millionen Kurden. Etwa zwei Drittel der Iraker hängen der schiitischen und ein Drittel der sunnitischen Glaubensrichtung des Islams an.

HB/dpa HAMBURG. Die Araber sind in der Mehrheit Schiiten, die Kurden Sunniten. Nur drei Prozent der Iraker gehören religiösen und fünf Prozent ethnischen Minderheiten an. Die wichtigste religiöse Minderheit sind die Christen.

Die ethnische Mischung der Bevölkerung des Irak ist eine Folge der Staatsbildung nach dem Ersten Weltkrieg. Großbritannien erhielt für Mesopotamien, das bis dahin zum Osmanischen Reich gehörte, ein Völkerbundmandat. Die Kolonialmacht legte die ehemaligen Provinzen Bagdad, Basra (im Süden) und das kurdische Mosul (im Norden) zum Irak zusammen.

Die religiöse Teilung hat frühere Wurzeln: Über die Frage der rechtmäßigen Nachfolge des Propheten Mohammed spaltete sich der Islam im 7. Jahrhundert in die sunnitische und die schiitische Glaubensrichtung. Die Strömungen unterscheiden sich etwa durch ihre Vorstellung von der Vermittlung des Glaubens: Schiiten vertrauen auf einen Imam als geistlichen und weltlichen Führer, während Sunniten keinen Mittler zu Gott anerkennen. Bei den Schiiten spielen darüberhinaus die Trauer und das Märtyrertum eine zentralere Rolle.

Präsident Saddam Hussein ist sunnitischer Araber. Diese Minderheit bestimmt die Geschicke des Landes seit Jahrzehnten.

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