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HINTERGRUND: Koreanische Automarken blasen zum Angriff auf deutschen Markt

FRANKFURT (dpa-AFX) - Lange Zeit wurden koreanische Automarken inDeutschland als Außenseiter belächelt. Mit zweistelligen Zuwachsraten sindHyundai, Kia, Daewoo und Ssangyong aber inzwischen zu ernst zu nehmendenKonkurrenten geworden. Die "Autozwerge" blasen in diesem Jahr zum Angriff aufden deutschen Markt. "Wir starten richtig durch, der Markt ist noch lange nichtausgereizt", kündigt der Sprecher der Hyundai Motor Deutschland GmbH, ThomasRau, an. Obwohl der Markt stagniert, wollen die Autobauer aus Fernost ihrenAnteil 2004 von 2,3 Prozent auf 3 Prozent ausbauen. Das wäre eine Verdoppelunginnerhalb von drei Jahren.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Lange Zeit wurden koreanische Automarken inDeutschland als Außenseiter belächelt. Mit zweistelligen Zuwachsraten sindHyundai, Kia, Daewoo und Ssangyong aber inzwischen zu ernst zu nehmendenKonkurrenten geworden. Die "Autozwerge" blasen in diesem Jahr zum Angriff aufden deutschen Markt. "Wir starten richtig durch, der Markt ist noch lange nichtausgereizt", kündigt der Sprecher der Hyundai Motor Deutschland GmbH, ThomasRau, an. Obwohl der Markt stagniert, wollen die Autobauer aus Fernost ihrenAnteil 2004 von 2,3 Prozent auf 3 Prozent ausbauen. Das wäre eine Verdoppelunginnerhalb von drei Jahren.

Experten halten dies durchaus für möglich. Die Wirtschaftskrise kommt denKoreanern dabei zu Hilfe. "Die deutschen Konsumenten achten immer mehr auf denPreis", sagt Autoanalyst Georg Stürzer von der Hypo Vereinsbank. "Es kann sicheben nicht jeder einen Mercedes oder VW leisten." Schon für 8 490 Euro ist beider koreanischen Nummer eins Hyundai der Kleinwagen Atos zu bekommen. ZehnProzent spart ein Käufer im Schnitt bei einem koreanischen Auto im Vergleich zueinem deutschen Wagen.

PREISWERT UND GUT

"Die Koreaner erobern den Markt mit preiswerten Autos, die eine guteQualität haben", sagt der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer. "Die Koreanersind die absoluten Aufsteiger." Zu den bestverkauften Autos gehören der MiniDaewoo Matiz und der Kleinwagen Hyundai Getz.

Auch bei Vans und Geländefahrzeugen (Kia Sorento) haben sie sich eine Nischeerobert. "Wir müssen neue Kunden in neuen Segmenten gewinnen. Wir wollen nichtmehr der Billiganbieter, sondern der Generalist sein", sagt Klaus Rippelmeyervon Kia Motors Deutschland. Kia - mit 0,8 Prozent Marktanteil die koreanischeNummer zwei - will mit 14 neuen Modelle bis 2006 Käufer locken.

TECHNISCHE ZUVERLÄSSIGKEIT

Punkten können die Koreaner vor allem mit ihrer anerkannten technischenZuverlässigkeit. Laut Pannenstatistik des ADAC liegen sie im vorderenMittelfeld. "Es sind gute Alltagsautos, die durchhalten und ihr Geld wert sind",lautet die ADAC-Bilanz. Deutsche Zulieferer wie Bosch, Siemens VDO und ZFsorgten für Qualität in koreanischen Wagen.

Während die europäische Konkurrenz unter Überkapazitäten ächzt, investiertHyundai, zu dem auch die Marke Kia zählt, derzeit rund 700 Millionen Euro in denBau eines neuen Werkes in der Slowakei. Bis 2008 soll der Absatz in Europa auf500 000 Wagen verdoppelt werden, kündigt der derzeit am schnellsten wachsendeAutobauer weltweit an.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. "Die Koreaner haben denDiesel-Trend verschlafen. Sie haben ein Image-Problem, und wer ein koreanischesAuto verkaufen will, hat es schwer", zählt Analyst Robert Heberger von MerckFinck die Nachteile auf. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen landen dieKoreaner laut ADAC-Studie beim Restwert. Beim Image liegen sie unter 33Herstellern auf den Plätzen 26 bis 28.

HYUNDAI WILL ALS WM-SPONSOR PUNKTEN

"Die Wahrnehmung der Marke spiegelt noch nicht die Qualität der Produktewider", sagt der Hyundai Europa-Vize, Werner Frey. Ein großer Coup soll Abhilfeschaffen: Hyundai hat den Zuschlag als Generalsponsor der Fußball-WM 2006 inDeutschland erhalten - und zumindest in diesem Punkt große deutsche Namenbereits überholt.

Auch das Diesel-Projekt wird vorangetrieben. Hyundai und Kia haben 2003 inRüsselsheim ein neues Forschungszentrum eröffnet. Der dritte im Bunde, Daewoo,schlüpfte nach der Pleite 2002 unter das Dach des weltgrößten Autobauers GeneralMotors (GM) und will mit Hilfe der Mutter 2006 einen Diesel im Programm haben.Beim Vertrieb nahmen 2003 rund 100 Händler der GM-Tochter Opel den Koreanerunter ihre Fittiche und erweiterten das Netz auf 290. In trauter Eintracht stehtda jetzt im Laden der Daewoo Lancetti neben dem Opel Astra.

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