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Hintergrund: Mehr als ein Jahr Streit um Bewag

Mehr als ein Jahr dauerte das Tauziehen um die Bildung des drittgrößten deutschen Stromkonzerns.

dpa-afx BERLIN. Heftig umstritten war, ob die Berliner Bewag dazu gehören würde und welche Rolle der US-Konzern Mirant im neuen Unternehmen spielen würde. Nun hat sich der schwedische Vattenfall-Konzern durchgesetzt. Die Stationen im Einzelnen:

09.08 2000: Die Hamburger Electricitäts-Werke übernehmen die 49- Prozent-Beteiligung von Eon an der Bewag zum 1. Januar 2001.

12.08 2000: Das Land Berlin erreicht im Eilverfahren beim Berliner Landgericht, dass Eon die Anteile nicht ohne seine Zustimmung verkaufen darf. Der US-Konzern Southern Energy - heute Mirant - der an der Bewag 26 % hält, besteht auf seinem Vorkaufsrecht. Es beginnt eine langwierige Auseinandersetzung. Der Berliner Senat fordert umfangreiche Zusagen von HEW und Vattenfall für seine Zustimmung zum Verkauf der Bewag-Anteile.

07.11 2000: Der Senat beschließt Eckpunkte für eine vertragliche Vereinbarung mit HEW und Vattenfall.

15.11 2000: Der Vertrag, der von einer 60-Prozent-Beteiligung der HEW an der Bewag ausgeht, wird unterzeichnet. Mirant lenkt aber nicht ein.

15.02 2001: Mirant zeigt Interesse an einer strategischen Partnerschaft mit der schwedischen HEW-Mutter Vattenfall. Eine Annäherung zeichnet sich ab.

20.04 2001: Mirant und E.ON folgen nach langem Streit einem Schiedsspruch, wonach die Bewag-Anteile so verteilt werden, dass HEW und Mirant gleich viel halten. Wichtige Hürden für die Fusion sind damit genommen.

27.04 2001: Der Berliner Senat stimmt der gemeinschaftlichen Führung der Bewag durch HEW und Mirant zu. Auch das Kartellamt signalisiert Zustimmung.

03.05 2001: Die Treuhand-Nachfolgerin BvS stimmt der Übertragung der Anteile an Veag und Laubag von E.ON und RWE auf die HEW zu.

18.06 2001: Mirant und HEW unterzeichnen den Kaufvertrag für die Bewag-Aktien.

27.06 2001: Mirant und Vattenfall demonstrieren Geschlossenheit. Bis Ende 2002 soll der drittgrößte Stromkonzern stehen.

06.09 2001: Mirant teilt mit, dass der für September angekündigte Masterplan sich wegen offener Fragen verzögert.

25.09 2001: Vattenfall kündigt an, dass der Bankier Klaus Rauscher den neuen Konzern führen soll. Mirant fühlt sich überfahren.

26.09 2001: Die Fusionsverhandlungen werden abgebrochen.

03.12 2001: Mirant verkauft seine knapp 45 % an der Bewag für 3,8 Mrd. DM an Vattenfall. Die Bewag wird damit doch Teil des nordostdeutschen Stromkonzerns, bei dem die Schweden freie Hand haben.

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