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Hintergrund PKO: Größter Börsegang in polnischer Geschichte

Die Warschauer Börse bereitet sich auf die größte öffentliche Aktien-Emission in der Geschichte Polens vor. Bei der Privatisierung der Bank PKO BP liegen für die Aktien nach Schätzungen von Maklerbüros etwa 200 000 Kaufaufträge von Kleinanlegern vor.

dpa-afx/apa WARSCHAU. Die Warschauer Börse bereitet sich auf die größte öffentliche Aktien-Emission in der Geschichte Polens vor. Bei der Privatisierung der Bank PKO BP liegen für die Aktien nach Schätzungen von Maklerbüros etwa 200 000 Kaufaufträge von Kleinanlegern vor.

Am 6. November wird die Warschauer Börse auf einer Sondersitzung die Zuteilung der Wertpapiere vornehmen. Vom kommenden Mittwoch an wird die Aktie an der Warschauer Börse gehandelt. 385 Mill. Anteile stehen zum Verkauf, das entspricht 38,5 Prozent des Unternehmens. Da weitere 10,5 Prozent der Aktien an die Mitarbeiter der Bank gehen, behält der Staat mit 51 Prozent die Kontrolle über die Bank. Der Preis der Aktie beträgt 20,5 Zloty (umgerechnet etwa 4,7 Euro). Der polnische Staat wird demnach rund 1,8 Mrd. Euro einnehmen.

Ursprünglich hatte das Schatzministerium geplant, nur 300 Mill. Aktien zu verkaufen. Um die überwältigende Nachfrage der Kleinanleger nicht zu enttäuschen, beschloss das polnische Schatzministerium in dieser Woche überraschend eine Mehrzuteilung von 85 Mill. Wertpapieren. Diese Mehrzuteilung kommt ausschließlich der Tranche der polnischen Kleinanleger zugute, deren Aufträge damit zu über zehn Prozent realisiert werden. Schatzminister Jacek Socha begründete dies damit, dass die Kleinanleger sonst das Interesse an der Aktie verlören und sie möglicherweise sofort wieder verkaufen würden.

Die Tranche der Kleinanleger ist so mit 160 Mill. Aktien die größte - rechnet man diejenigen 55 Mill. Aktien hinzu, die das Schatzministerium bestimmten Anlegern bereits durch so genannte Privatisierungs-Anleihen zusagte. Am 4. November erweiterte Schatzminister Jacek Socha auch die Tranche der einheimischen institutionellen Anleger auf nun 132 Mill. Aktien - zu Lasten der Tranche für ausländische institutionelle Anleger.

Jacek Socha begründete diese Entscheidung damit, dass die polnischen Wertpapierfonds sich seit langem über mangelnde Investitionsmöglichkeiten beklagen. Dariusz Gorski von der Investmentabteilung der Deutschen Bank in Polen "DB Securities" hält die Benachteiligung ausländischer Anleger aber für eine zumindest teilweise politische Entscheidung. Das polnische Parlament Sejm hatte beschlossen, Aktien der PKO BP dürften überhaupt nicht an ausländische Investoren verkauft werden. Diese Entscheidung hatte die polnische Regierung zwar für nicht bindend erklärt, will ihr aber offenbar dennoch Rechnung tragen. Dariusz Gorski geht davon aus, dass die ausländischen Investoren ihre Nachfrage ab Mittwoch über den Börsenhandel befriedigen werden.

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