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HINTERGRUND: Postbank-Börsengang lässt hoffen - Jetzt muss Markt entscheiden

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit dem Börsengang der Postbank waren vieleHoffnungen verbunden. Erstmals hat nach dem Platzen der Börsenblase wieder eingroßes Unternehmen den Sprung auf das Parkett gewagt.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Mit dem Börsengang der Postbank waren vieleHoffnungen verbunden. Erstmals hat nach dem Platzen der Börsenblase wieder eingroßes Unternehmen den Sprung auf das Parkett gewagt.

Über Wochen hing die von Pannen begleitete Neuemission am seidenen Faden,nur nach einem verbilligtes Angebot fanden sich noch genügend Interessenten."Ende gut und wirklich alles gut", sagte der sichtlich erleichtertePost-Vorstandsvorsitzende Klaus Zumwinkel wenige Minuten nach Beginndes Handels. Jetzt gelte es, nach vorne zu blicken.

KURSENTWICKLUNG

Doch ob der Börsengang auch für die Anleger zum Erfolg wird, hängt jetztallein von der Kursentwicklung ab. Schließlich haben viele Kleinaktionärebittere Erfahrungen machen müssen: Telekom-Aktien sind heute teils deutlichunter den Ausgabekursen der bisher drei Tranchen zu haben. Und auch die erstenKäufer der Post-Aktie haben mehr gezahlt, als sie heute an der Börsezurückbekommen würden.

Trotzdem fand die Postbank gerade bei Kleinaktionären viele Anhänger: Mehrals 20 Prozent statt der von der Postbank erwarteten 10 bis 15 Prozent derAktien gingen für 28,50 Euro pro Stück an Private. Nach Schätzung derfederführenden Deutschen Bank haben rund 100.000 Privatanleger Aktien erhalten.

ZÄSUR

Für Post-Chef Zumwinkel ist der Börsengang der Postbank bereits heute einErfolg - und eine Zäsur bei der Privatisierung des einstigen gelben RiesenDeutsche Bundespost. Nach der Deutsche Telekom AG und und der Postwird jetzt auch die größte deutsche Privatkundenbank an der Börse gehandelt.Damit sei die Privatisierung dieser Infrastruktur in der weltweit drittgrößtenWirtschaftsnation quasi abgeschlossen.

Allerdings sind große Anteilspakete an Post und Telekom auch heute noch imstaatlichen Besitz. Der Bund hält 26 Prozent der Telekom - und 20 Prozent derPost-Aktien. Bei der staatlichen Förderbank KfW sind außerdem weitere 16,7Prozent Telekom - und mehr als 40 Prozent Post - Anteile geparkt. Die angestrebtePrivatisierung der Pakete könnte da auf die Kurse drücken. Da passt ins Bild,dass Finanzminister Hans Eichel (SPD) am Mittwoch betonte, der Bund sei nichtauf unmittelbare Börsengänge angewiesen. Vielmehr könnten die Pakete zunächst andie KfW abgeben werden und später bei einem besseren Marktumfeld privatisiertwerden.

APPLAUS UND GEJOHLE BEIM BÖRSENDEBÜT

Auf dem Frankfurter Börsenparkett sah es am Mittwoch ein wenig aus, alswollten sich die Börsianer selbst neuen Mut zusprechen. Mit Applaus undverhaltenem Gejohle quittierten die Händler die Erstnotierung. Für Sekundenschien es wie zum Ende der 90er Jahre, als Börsengänge mit großen Kurssprüngenfür Euphorie sorgten.

Doch am Mittwoch legte der Neuzugang Postbank bis zum Nachmittag nur leichtauf zeitweise gut 29,00 Euro zu. Wären die Kurse gar gesunken, hätte dies einschlechtes Signal bedeutet. Aber schließlich können die Konsortialbanken in denersten 30 Tagen Käufe und Verkäufe tätigen, um den Kurs zu pflegen. Erst dannbeginnt, wie ein Postbank - Mitarbeiter in Anspielung auf das Werbeschiff derPostbank meint, die freie Fahrt auf den Weltmeeren.

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