Hintergrund
Pronks Kompromissvorschlag zum Kyoto-Protokoll

ddp BONN. Mit seinem Kompromisspapier will der Vorsitzende des Bonner Weltklimagipfels, Jan Pronk, Japan, Kanada, Australien und Russland für die Annahme des Kyoto-Protokolls gewinnen. Der Vorschlag ist Grundlage für die endgültige Abstimmung über die internationale Vereinbarung zur Reduzierung von Treibhausgasen.

Im Wesentlichen versuchte Pronk eine Annäherung bei den Hauptstreitpunkten:

1. Finanzierung

Pronk schlägt die Einrichtung von Fonds für die ärmsten Länder der Erde und für die Entwicklungsländer des Kyoto-Protokolls vor. Wer wie viel jeweils in diese Fonds einzahlen muss, bleibt offen. Die EU hatte angekündigt, einen größeren Betrag zu übernehmen. Zahlen liegen noch nicht vor. Ferner soll es einen Technologie-Transfer zwischen Entwicklungs- und Industriestaaten geben.

2. Überwachung

Dazu soll ein Kontroll-Gremium eingerichtet werden, dass bei Verstößen gegen das vereinbarte CO2-Reduktionsziel Maßnahmen gegen ein Land ergreift. Für jede Tonne CO2, mit der ein Land sein Reduktionsziel in der ersten Erfüllungsperiode von 2008 bis 2012 überschreitet, muss es in der darauffolgenden Periode 1,3 Tonnen CO2 zusätzlich einsparen. Hauptsächlich zielt der Vorschlag darauf, Verstöße gegen die globale Erwärmung wiedergutzumachen und keine hohen Strafgelder zu verhängen.

3. Senken

Jedes Land soll eine bestimmte Menge an CO2-Gutschriften für Wald- und Agrarflächen erhalten. Hintergrund ist, dass diese zeitlich begrenzt CO2 binden und dadurch die Kohlendioxid-Emission eines Landes auf bestimmte Zeit ausgleichen. Laut WWF kann Kanada nach dem Pronk-Vorschlag wegen seiner großen Waldflächen 18,7 Millionen Tonnen CO2 von seinem ursprünglichen Minderungsziel von sechs Prozent abziehen. Dadurch sänke die Reduktionsverpflichtung auf rund fünf Prozent bis 2012. Die CO2-Verpflichtung Japans würde sich danach von acht auf etwa ein Prozent verringern.

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